Die Flüchtlingskrise in den Medien : Flüchtlinge: Wie gut berichten ARD und ZDF?

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) hat dazu aufgerufen, im öffentlich-rechtlichen Rundfunk ein Angebot speziell für Flüchtlinge zu schaffen, das ZDF ändert sein Programm.

Markus Ehrenberg
Peter Frey, Chefredakteur des ZDF, kündigt eine Reportagereihe zur Flüchtlingskrise an.
Peter Frey, Chefredakteur des ZDF, kündigt eine Reportagereihe zur Flüchtlingskrise an.Foto: picture alliance / dpa

Solche Sendungen könnten einen Beitrag zur Integration leisten, sagte Wanka den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Sie könnten „demonstrieren, was in Deutschland normal ist, etwa die Gleichberechtigung von Frauen und Männern“. Das ersetze nicht den Integrationskurs, habe aber den Vorteil, dass tausende Flüchtlinge sofort erreicht würden. Vor anderthalb Wochen hatte CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer von ARD und ZDF einen eigenen Fernsehsender für Flüchtlinge gefordert.

Zuletzt gab es Kritik an der ZDF-Berichterstattung zum Thema Flüchtlinge. Das Zweite zeige sich bei der Berichterstattung über die Flüchtlingskrise von der schlechten Seite, meinte die „FAZ“. Bundeskanzlerin Merkel werde von morgens bis abends als „Selige“ dargestellt, die Politik bekomme im ZDF eine Spielfläche. Ganz anders berichte der Deutschlandfunk, der „jeden Tag zeigt, wie Journalismus aussieht“.

Als ob das ZDF die Kritik geahnt hätte: Wegen der Zuspitzung der Flüchtlingskrise hat es sein Programm geändert. Die Sendereihe „ZDF.reportage“ sendet ab 1. November jeden Sonntag eine Reportage zum Themenkomplex Flüchtlinge. Zunächst sind sechs Reportagen unter dem Titel „Flüchtlinge: Willkommen oder unerwünscht?“ geplant. Die Reportagen versuchen aus unterschiedlichen Blickwinkeln, die Realität dieser Flüchtlingskrise abzubilden.

„Was bewegt die Helfer? Wie ergeht es den Flüchtlingen? Und was besorgt die Bürger? Mit dieser Reportage-Reihe werfen wir einen unverstellten Blick auf Deutschland in der Flüchtlingskrise, ausführlicher, als das in unseren Nachrichtensendungen möglich ist“, sagt ZDF-Chefredakteur Peter Frey. Die Beobachtungen des deutschen Alltags sollen auch ein Angebot an die Geflüchteten sein, das Land besser zu verstehen. Die Sendungen werden mit arabischen Untertiteln in der Mediathek angeboten.

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