ARD vor Gericht : "Tagesschau"-App droht das Aus

Die ARD "Tagesschau"-App wird als unfaire Konkurrenz einiger großer Zeitungsverlage noch einmal vor Gericht gezogen. Ein schwieriger Fall, in dem zunächst auf ein Verkündungstermin gewartet wird.

Heftige Diskussion um "Tagesschau"-App, droht ihr vielleicht bald das Aus? Das Landgericht Köln steht vor einer schwierigen Entscheidung.
Heftige Diskussion um "Tagesschau"-App, droht ihr vielleicht bald das Aus? Das Landgericht Köln steht vor einer schwierigen...Foto: dpa

Die „Tagesschau“-App beschäftigt an diesem Donnerstag wieder das Landgericht Köln. Acht große Zeitungsverlage hatten die ARD wegen der App verklagt. Sie betrachten die Anwendung als unfaire Konkurrenz zu ihrem eigenen Online-Angebot.

Die Wettbewerbskammer des Landgerichts hatte beide Seiten aufgefordert, sich außergerichtlich zu einigen. Ein Gericht sei nicht besonders geeignet, um den Streit zu entscheiden, hatte der Vorsitzende Richter Dieter Kehl gesagt. Die ARD und die Zeitungsverleger hatten daraufhin tatsächlich mehrere Monate verhandelt, doch im April scheiterten die Gespräche. Deshalb ist jetzt das Gericht am Zug. Mit einer Entscheidung wird noch nicht gerechnet, allerdings könnte das Gericht einen Verkündungstermin festsetzen und andeuten, zu welcher Seite es tendiert.

Die „Tagesschau“-App bringt Inhalte des Internet-Angebots „tagesschau.de“ auf Smartphones und Tablet-Computer. Die Verleger werfen der ARD vor, ihnen mit der „Tagesschau“-App den Markt zu verderben. Die App enthalte schließlich nicht nur die Filme aus der „Tagesschau“, sondern auch lange Texte. Damit sei sie „presseähnlich“ und mache den Websites der Zeitungen Konkurrenz. Die ARD sieht es anders: Wer im Internet nicht voll präsent sei, habe keine Zukunft mehr, argumentiert der Senderverbund. Richter Kehl hatte bei einer ersten Verhandlung im vergangenen Jahr gesagt, das Gericht dürfe keine allgemeingültigen Regeln aufstellen, sondern immer nur im Einzelfall entscheiden. Deshalb wäre es das Beste, wenn sich beide Seiten noch mal zusammensetzten. Ein Kompromiss könne vielleicht so aussehen, dass Inhalte, die sich nicht direkt auf die Sendung bezögen, in der „Tagesschau“-App abgespeckt und die sendungsbezogenen Inhalte dafür vertieft würden. (dpa)

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