Breite Datenspuren : Was weiß Google von mir?

Auf dem Computer, dem Smartphone oder dem Tablet: Mit jedem Gerät, das mit einem Google-Konto verbunden ist, wird die persönliche Datenspur breiter. Ein Selbstversuch mit erschreckendem Ergebnis.

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Troll werden Online-Nutzer genannt, die versteckt hinter ihren Pseudonymen andere Leser bloß provozieren und Debatten zum Entgleisen bringen wollen.
Troll werden Online-Nutzer genannt, die versteckt hinter ihren Pseudonymen andere Leser bloß provozieren und Debatten zum...Foto: REUTERS

Wer solche Freunde hat braucht keine Feinde, lautet ein bekannter Aphorismus, in dem es im Kern um den Wert wahrer Freundschaft geht und darum, wie wenig echte Freunde bleiben, wenn es einmal darauf ankommt. Mein Verhältnis zu Google hat weder etwas mit Freundschaft noch mit Feindschaft zu tun, es handelt sich um eine rein pragmatische Beziehung. Dennoch bin ich immer wieder erstaunt, wie eng meine Bindung gerade an diesen Internet-Giganten ist. In dieser Woche wird im Internet ein Liste mit hilfreichen Links verbreitet, mit denen herausgefunden werden kann, was Google über seine Nutzer weiß. Die Links im Einzelnen abzudrucken, wäre müßig. Wer diesen Text auf tagesspiegel.de/digital liest, wird dazu eine kommentierte Liste finden.

Dabei sollte niemand Google vorwerfen, hier würden in aller Heimlichkeit Persönlichkeitsprofile erstellt. Das US-Unternehmen ist in Sachen Transparenz vorbildlich. Sämtliche Links verweisen auf Google-Seiten, in denen akribisch die Informationen offengelegt werden, die man mit dem Unternehmen geteilt hat – sei es durch eine Internet-Suchanfrage, sein Profil beim Social Network von Google oder durch die Verwendung der Standortfunktion mit einem Android-Handy. Zu jedem Google-Konto gibt es das so genannte Google-Dashboard, in dem dies und vieles mehr verzeichnet ist, der Nutzer kann dort jederzeit hineinschauen. Für alles er irgendwann seine Einwilligung gegeben, weil im Gegenzug eine praktische Funktion winkte, und sei es nur, in einer fremden Stadt den nächsten Inder mit guten Bewertungen zu finden. Dass jedoch aus jedem dieser Einzeldaten ein so komplettes Bild entsteht, wie es die kleine Grafik links mit den Standortdaten zeigt, erschreckt dennoch. Tag für Tag, Monat für Monat kann man in den Listen zurückgehen, um sich die Aufenthaltsorte des Handys oder die Suchwörter eines bestimmten Zeitpunkts anzusehen. Doch im Unterschied zu mancher Dystopie ist Google nicht Big Brother, es gibt keine Pflicht, ständig eingeloggt zu sein. Wer auf Bequemlichkeit verzichtet, erhält die Souveränität über seine Daten zurück.

Es soll Unternehmen geben, deren Mitarbeiter regelmäßig die Firmenfestplatten aufräumen müssen, weil sonst die Laufwerke an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen. Auch von Beschränkungen des E-Mail-Speichers hört man immer wieder. Wer länger als zwei Wochen in Urlaub geht, kann dann keine Mails mehr empfangen. Der Datensilo von Google kennt solche Limitierungen nicht. Jeder Datensatz ist gleich wichtig und wird über lange Zeit gespeichert. In den USA dürfen Polizisten Verdächtige bei Ermittlungen auffordern, ihr Smartphone per Fingerabdruck zu entsperren. Mitsamt Google-Konto oder dem Zugang zu Facebook, Twitter, der Apple-Cloud. Höchste Zeit, darauf zu reagieren. Kurt Sagatz

Was weiß Google von mir?

Die Listen, die derzeit durch das Web geistern, beziehen sich auf die Informationen, die Google unter der Adresse www.google.com/goodtoknow/online-safety/security-tools/ veröffentlicht. Zentrale Anlaufstelle für das eigene Konto ist das Google-Dashboard. Es kann über www.google.com/settings/dashboard?hl=de aufgerufen werden. Dafür muss man sich zuerst mit seinen Google-Kontodaten einloggen, falls dies nicht über den Browser bereits passiert ist. Die nachstehenden Links stellen nur eine kleine Auswahl dar.

An welchen Orten habe ich mich aufgehalten?

Hat man auf seinem Android-Handy die Standortfreigabe aktiviert, loggt Google die Ortsdaten mit. Im Test reichten die über ein Jahr zurück.

https://maps.google.com/locationhistory/b/0?hl=de

Wo befinden sich meine Android-Geräte

Mit dem Device-Manager lässt sich feststellen, wo sich die eigenen Android-Smartphones und Tablets gerade befinden. Man kann die Klingel der Geräte aus der Ferne aktivieren und bei Bedarf ein gestohlenes Gerät auch sperren lassen und die darauf gespeicherten Daten löschen.

www.google.com/android/devicemanager?hl=de

Welche Suchanfragen habe ich an Google gestellt?

Hat man sich mit seinem Google-Konto im Browser angemeldet, werden sämtliche Suchanfragen gespeichert. Tag für Tag lässt sich nachverfolgen, was auf diesem PC, Tablet oder Smartphone gesucht wurde.

https://history.google.com/history/

In welche Werbe-Zielgruppe werde ich einsortiert?

Zur Ermittlung der Werbezielgruppe greift Google auf die in Google+ gespeicherten Daten zurück:

www.google.com/settings/ads/

Welche Apps und Geräte dürfen auf mein Google-Konto zugreifen?

Um Texte und Tabellen in Google Docs nutzen zu können oder um im Picasaweb gespeicherte Fotos mit einer Third-Party-App darstellen zu können, werden entsprechende Freigaben benötigt. Einen Überblick gibt es unter dieser Adresse.

https://security.google.com/settings/security/permissions

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