Nach Urteil zu kino.to : Attacke auf Homepage des Justizministeriums

Am Mittwoch tobte ein kleiner Krieg im Netz: Es habe eine DDoS-Attacke auf die Seite des Justizministeriums gegeben, bestätigte die Pressestelle. Bekannt hat sich dazu eine Gruppe mit Namen "Anonymous Austria". Hintergrund ist offenbar ein Gerichtsurteil gegen einen Programmierer.

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Bekannten sich via Twitter zu der Attacke: Die Gruppe "Anonymous Austria".
Bekannten sich via Twitter zu der Attacke: Die Gruppe "Anonymous Austria".Screenshot Tsp, https://twitter.com/#!/AnonAustria/status/190075089277026305

Die Seite des Bundesjustizministeriums konnte am Mittwoch-Nachmittag nicht mehr aufgerufen werden, der Server war vollkommen überlastet. Via Kurznachrichtendienst Twitter bekannte sich eine Gruppe mit Namen "Anonymous Austria" zu der Attacke auf die Seiten des Ministeriums. "Rache für kino.to" twitterten sie, und: "bmj.de tot - denn es gibt keine Gerechtigkeit in Deutschland".

Kurze Zeit später bestätigte die Pressestelle des Ministeriums, ebenfalls via Twitter, es habe eine DDoS-Attacke gegeben. Der Begriff "DDos-Attacke" steht für "Distributed Denial of Service". Dabei schicken viele verschiedene Rechner Anfragen an die Seite, die diesen Ansturm bald nicht mehr verarbeiten kann und schließlich nicht mehr erreichbar ist. Offenbar hat die Hackergruppe Anonymous Austria eine solche Attacke eingeleitet.

Am selben Tag hatte es ein Urteil im Fall "kino.to" gegeben. Über die Seite konnten sich die User Streams von Filmen, Dokumentationen und Berichten anschauen. Sie war im letzten Jahr vom Netz genommen worden, dem Chefprogrammierer wurde massenhafter Verstoß gegen das deutsche Urheberrecht vorgeworfen. Er wurde am Mittwoch zu mehr als drei Jahren Haft verurteilt.

Für die Hacker ist der Fall eindeutig: "Drei Jahre zehn Monate für einen Programmierer, Kinderschänder laufen frei herum. Das nennt ihr Gerechtigkeit?", twitterten sie. Das Ministerium reagierte auf diesen Vorwurf: "Hacken stärkt nur die, die keine offene Debatte über Modernisierung des UrhR führen wollen", so die Pressestelle via Twitter.

Die Seite der Justiz Sachsen wurde ebenfalls attackiert. Sie war aber relativ schnell wieder erreichbar.

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