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Ohne Limits : Flatrate-Kino

08.02.2013 00:00 Uhrvon
Streamingdienste wie Lovefilm oder Watchever laufen sowohl auf Fernsehern und Computern als auch auf Tablet-PCs. Screenshot: TspBild vergrößern
Streamingdienste wie Lovefilm oder Watchever laufen sowohl auf Fernsehern und Computern als auch auf Tablet-PCs. Screenshot: Tsp

Wann und wo man will: Filme und Serien zum Pauschalpreis. Watchever und Lovefilm bringen Bewegung in den Video-on-Demand-Markt.

So einfach war das Abrufen von Filmen und Serien über das Internet noch nie. In den Anfangsjahren beschränkte sich Video on Demand (VoD) darauf, aus einer bescheidenen Auswahl Filme in mittelmäßiger Qualität auf einem Computerbildschirm anzusehen. Nicht nur für Cineasten war das eine Zumutung. Inzwischen hat der Film- und Serienfreund eine ungleich größere Auswahl an Inhalten, Anbietern und Endgeräten. Nun kann er den neuesten Bond oder die gerade gestartete Serie „Homeland“ sehen, wann und wo immer es am besten passt. Die einzige Voraussetzung ist ein Internetzugang. Bewegung haben dabei zuletzt vor allem Lovefilm und Watchever gebracht.

Ihr Versprechen: Filme und Serien so oft und so lange man möchte. Wir haben uns angesehen, was hinter dem Flatrate-Kino steckt.

ÜBER INTERNET UND POSTVERSAND

Lovefilm ist ein Tochterunternehmen von Amazon. Es verbreitert seine Film- und Serienbasis ständig. Anfang Januar gab der Dienst die Kooperation mit Telepool bekannt, den Nutzern brachte das zum Beispiel den Christopher-Nolan-Film „Memento“ sowie den Gangsterfilm „Mexikan“ mit Julia Roberts und Brad Pitt ein. Ein paar Tage später folgte die Ankündigung, dass diverse TV-Sendungen mit Loriot sowie die preisgekrönte TV-Reihe „Der Tatortreiniger“ abgerufen werden können. Ende Januar kam dann Metro-Goldwyn-Mayer als neuer Partner hinzu. Zu den Kooperationspartnern gehörten bereits zuvor Disney, Warner, Paramount, Studiocanal, Prokino, Koch Media, Tobis, BBC und Miramax. Die Auswahl an möglichen Endgeräten ist reichhaltig: Lovefilm läuft auf PC, Smart-TV-Geräten von Sony, via Xbox und Playstation 3, über internetfähige BluRay-Player von Sony und als App auf iPad und Android-Tablets wie auch dem Kindle Fire. Die Digital-Flatrate kostet nach dem Schnuppermonat rund sieben Euro monatlich. Zur Zeit fasst die Bibliothek fast 1500 Titel. Die TV-Rubrik enthält nur 203 Angebote, darunter auch von „Lady-Kracher“, „Stromberg“, „Pfefferkörner“ und Loriot. Rund ein Drittel der Produktionen hat HD-Qualität, bei über der Hälfte kann die Audio-Sprache zwischen Deutsch und Englisch umgeschaltet werden. Zur Besonderheit von Lovefilm gehört, dass es neben dem Streaming-Angebot auch eine Online-Leihe gibt. Für 9,99 Euro im Monat können beliebig viele VoD-Titel abgerufen und zudem vier DVDs oder Blu-Rays aus einem Katalog von derzeit 40 000 Titeln ausgeliehen werden. (Wie das Unternehmen am Freitag mitteilte, ist die Zahl der Titel inzwischen auf 50 000 gestiegen.) Im Online-Leihsegment konkurriert Lovefilm in Deutschland mit Videobuster.

DER NEWCOMER AUS FRANKREICH

Anfang des Jahres ist das Tochterunternehmen des französischen Medienkonzerns Vivendi in Deutschland mit dem Flatrate-Dienst Watchever gestartet. Wie groß die Bibliothek genau ist, gibt das Unternehmen nicht bekannt, Watchever spricht von einigen tausend Titeln. Das Angebot an Serien ist bei Watchever stärker ausgeprägt als bei Lovefilm. Die Filmbibliothek ist ebenfalls gut gefüllt, aber selbst in der Kategorie „Neu im Programm“ haben wir keine Filme gefunden, die jünger als ein Jahr sind. Wie bei Lovefilm setzt das beim Nutzer die Bereitschaft voraus, sich auch auf weniger bekannte Filme einzulassen, wenn man vorhat, das Angebot über längere Zeit zu nutzen. Mit rund neun Euro Monatsgebühr – nach einem Schnuppermonat – ist Watchever zwei Euro teurer als Lovefilm. Watchever kann auf einigen internetfähigen Fernsehern von Samsung und Panasonic direkt genutzt werden, zudem gibt es den Dienst als App für die Apple-TV-Streamingbox, auch Konsolen sollen demnächst unterstützt werden. Zudem können die Titel über eine App auf Smartphones und Tablets mit Android oder Apples iOS oder im Computer-Browser abgerufen werden. Eine Besonderheit ist die Offline-Funktion. Maximal 25 Inhalte lassen sich dabei zum Beispiel auf dem iPad speichern und auf Reisen ansehen.

EINZELABRUF STATT FLATRATE

Anders als Lovefilm und Watchever rechnen die VoD-Dienste Maxdome, Videoload, iTunes und Sony Entertainment Network nach Einzelabruf ab. Nach der Auswahl eines Films oder einer Serie kann diese je nach Anbieter innerhalb von 24 bis 48 Stunden so oft angesehen werden wie man möchte, so dass man den Titel auch mit Unterbrechungen genießen kann. Die Preise für Leihfilme liegen zwischen vier und sechs Euro, wobei ältere Streifen in Standard Definition weniger kosten. Bereits ab zwei Filmen sind diese Anbieter zwar teurer als die Flatrate-Kinos, dafür sind die großen Blockbuster früher im Angebot. Die meisten deutschsprachigen Inhalte hat mit 45 000 Titeln die zum ProSiebenSat1-Konzern gehörende Plattform Maxdome. Hier spielen die TV-Angebote aus der eigenen Senderkette eine große Rolle. Neben den bereits gesendeten Folgen von Serien wie aktuell „Homeland“, „Pan Am“ oder „Elementary“ laufen bei Maxdome auch Previews von noch nicht ausgestrahlten Folgen. Allerdings ist die Tarifstruktur etwas komplizierter. Neben dem kostenpflichtigen Einzelabruf gibt es auch Monatsabos. Das Sparangebot kostet zum Beispiel in den ersten drei Monaten rund zehn Euro, danach 15 Euro, dafür steht die Grundbibliothek so oft wie gewünscht zur Verfügung, zudem können pro Monat vier Blockbuster-Filme angeschaut werden. Die Laufzeit für dieses Angebot dauert 15 Monate.

PIONIER IM VOD-MARKT

Zu den Pionieren im VoD-Markt gehört Videoload der Deutschen Telekom. Aktuell stehen unter www.videoload.de mehr als 8000 Titel aus den Kategorien Filme, Serien, Dokumentationen, Kids-Inhalte und Musik zur Verfügung. Fans des deutschen Kinos kommen durch Filmpakete von Senator Filmverleih, Studiocanal und der Constantin Film auf ihre Kosten. Über 500 Titel sind in High-Definition-Qualität erhältlich. Rund 10 000 Videoload-Inhalte lassen sich mittels einer Set-Top-Box der Telekom direkt über den Fernseher abrufen. Videoload kooperiert zudem mit Samsung, auf PCs und Mac können die Filme ebenfalls angesehen werden.

IM NETZWERK VON SONY

Das Sony Entertainment Network bietet sich vor allem für Besitzer von Sony-Geräten an: Der Dienst läuft auf Bravia-Fernsehern, Sony-Blu-Ray-Playern, Playstations und Sony-Smartphones und -Tablets und auf PCs. Sony bewirbt sein Netzwerk damit, dass dort viele Inhalte 28 Tage früher zu sehen sind. Aktuell im Angebot: „The Expandables 2“ mit Bruce Willis und Sylvester Stallone, die Neufassung von „Total Recall“ von 2012 und „Prometheus“ in SD sowie der neueste Bond-Film „Skyfall“. Die HD-Filme können für rund fünf Euro, die SD-Filme für einen Euro weniger ausgeliehen werden.

EINE KLEINE SCHWARZE BOX

Einen anderen Weg geht Apple. Um iTunes-Inhalte auf dem Fernseher nutzen zu können, wird die kleine schwarze Apple-TV-Settop-Box benötigt, die per HDMI mit dem Fernseher verbunden wird. Das TV-Gerät selbst muss über keinen eigenen Internetzugang verfügen. Über die iTunes-App steht der Dienst auch auf mobilen iOS-Geräten zur Verfügung, zudem gibt es iTunes als Programme für Mac- und Windows-Computer. Insgesamt umfasst die Bibliothek 45 000 Film und 190 000 TV-Episoden, ein großer Teil in HD-Qualität. Zahlen zu den deutschsprachigen Titeln gibt es jedoch nicht. Wie bei Maxdome oder Videoload werden die Inhalte einzeln abgerechnet, Filme kostet zwischen vier und fünf Euro, Serienfolgen gibt es ab 99 Cent.

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