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Trauer um 15-Jährige : Cybermobbing trieb Amanda Todd aus Vancouver in den Tod

20.10.2012 00:00 Uhrvon
Video des Schreckens. Kurz vor ihrem Tod erzählte sie von ihrem Leid.Bild vergrößern
Video des Schreckens. Kurz vor ihrem Tod erzählte sie von ihrem Leid. - Foto: AFP

Der Fall der 15-jährigen Amanda Todd in Vancouver bewegt die Welt: Ein Fremder hatte sie im Internet vor Freunden und Klassenkameraden bloßgestellt. Auch wenn Vancouver weit weg klingt: In Deutschland fordern Experten bisher vergeblich Maßnahmen gegen Cybermobbing.

„Hallo! Ich habe mich entschieden, euch meine unendliche Geschichte zu erzählen.“ So beginnt Amanda Todd ihre Video-Erzählung auf Youtube. Es ist die tragische Geschichte eines Lebens voller Mobbingattacken im Netz. Die Schülerin aus dem kanadischen Vancouver kann sie nicht mehr ertragen, als sie das Video im September ins Internet stellt.

Am Mittwoch hat sich Amanda das Leben genommen. Sie wurde 15 Jahre alt. Das Video war ihr letzter Hilferuf, der nicht gehört wurde. Acht Minuten lang hält sie Karteikarten in die Kamera, die ihr Leid dokumentieren.

Es beginnt mit einem Webcam-Chat, Amanda ist in der siebten Klasse, will einfach mal „mit neuen Leuten reden“.

Ein Fremder schreibt ihr, sie sei wunderschön. Dann bittet er sie, sich auszuziehen. Amanda zieht ihr T-Shirt hoch.

Ein Jahr später erhält sie eine Drohung über Facebook. Es ist wieder der Fremde, er hat das Nacktfoto aus dem Chat gespeichert. Nun erpresst er sie. „Er kannte meine Adresse, meine Schule und die Namen von Freunden, Verwandten und meiner Familie“, heißt es auf einer von Amandas Karteikarten. Der Fremde schickt das Nacktfoto an Amandas Freunde und Klassenkameraden.

Auch als sie die Schule wechselt, verschickt er es weiter. Amandas Freunde wenden sich von ihr ab. „Ich habe jede Nacht geweint“, schreibt sie.

Amandas tragische Geschichte hätte auch in Deutschland spielen können. Studien zufolge wurde hierzulande jedes dritte Kind schon einmal im Netz belästigt. „Es wird viel zu wenig getan“, kritisiert Catarina Katzer, Sprecherin des Bündnisses gegen Cybermobbing. Einige Aktionstage und Initiativen versuchten zwar, Schüler für das Thema zu sensibilisieren. „Was aber fehlt, ist ein flächendeckendes Gesamtkonzept.“ Katzer fordert, Präventionsmaßnahmen gegen Cybermobbing in den Schulen zu verankern, am besten durch das Schulfach „Medienerziehung“, wie es bald in Großbritannien eingeführt werden soll. „Das Schlimmste ist, dass Mobbingopfer oft keinen Ansprechpartner finden. Erst wenn etwas Schlimmes passiert, ist das Mitgefühl plötzlich groß.“

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