Witzeln über den Bundespräsidenten : "Der Rubikon ist sowas von überschritten!"
03.01.2012 15:17 UhrWie war das noch mit dem Spott und dem Schaden? Je mehr sich die Affäre um Bundespräsident Christian Wulff zuspitzt, desto kreativer werden Mediennutzer und -macher. Halbernst, ironisch oder sarkastisch kommentieren sie die Schlagzeilen rund um Privatkredit und Wutanruf bei "Bild"-Chef Diekmann - bemühen Gehirnmasse, Photoshop und Audioprogramme, um die Geschichte rund um den strauchelnden Bundespräsidenten satirisch weiterzuschreiben. In den sozialen Netzwerken verbreiten sich die Inhalte blitzschnell, so mancher Newsfeed bei Facebook oder Twitter ist schon völlig zugewulfft.
Carl-Theodor zu Guttenberg. Rundfunksender WDR 5 hat gleich Aufnahmestudio und Mischpult aktiviert, um den Anruf des Bundespräsidenten beim "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann nachzustellen.
Darin ruft der vermeintliche Wulff unzählige Male bei Diekmann an und formuliert seine Mailboxnachricht immer wieder neu. In sperrigen Worten und empörtem Ton bemüht er dabei auch seine Latein- und Geschichtskenntnisse: "Für mich und meine Frau ist der Rubikon aber sowas von überschritten." Am Ende bekommen in dem Audiobeitrag aber auch die Medien indirekt ihr Fett weg.
Natürlich bleibt auch das Satiremagazin "Titanic" angesichts der Nachrichtenlage nicht still. Dort nimmt man Wulff und die "Bild"-Zeitung gleichzeitig aufs Korn, mit einer nachgestellten Schlagzeile.
Beliebter Spottspielplatz sind auch nachgestellte Facebook-Profile, unter anderem schon bekannt vom Tag des Mauerfalls. Die Online-Ausgabe des Magazins "Stern", stern.de, hat sich dieses bewährte Format vorgenommen und zeigt eine selbstgestaltete Wulff-Pinnwand. Wulff zeigt sich dort zufrieden mit seiner persönlichen Erklärung zur Kreditaffäre. Es kommentieren dazu: Angela Merkel, Carsten Maschmeyer, Bettina Wulff und Kai Diekmann.
In einem Link, den Martin Sonneborn verbreitet, wird sogar das Offizielle zur Satire. Autogrammkarten und Porträtbilder vom Bundespräsidenten und seiner Frau bietet die Bundesregierung auf ihrer Webseite an. Ein guter Zeitpunkt, um noch einmal einige zu bestellen - möglicherweise könnten diese Karten bald Seltenheitswert besitzen.
Auch in der Tagesspiegel.de-Community sammeln sich mittlerweile die Links, in denen Wulff durch den Kakao gezogen wird. Leser freierwille hat sich etwa, wie er schreibt, schon vor Weihnachten so seine Gedanken gemacht und ein neues Buchcover für Wulff entworfen.
Natürlich wird auch schon über einen eventuellen Nachfolger Wulffs für das Amt des Bundespräsidenten spekuliert. Auf der Seite "Bundespräsident gesucht" darf dabei jeder mitmachen und Namen vorschlagen. Mit dabei sind inzwischen: Edith Geerkens, Rudolf Scharping, Florian Silbereisen oder Rumpelstilzchen. Wer nicht sicher ist, ob der aktuelle Bundespräsident denn überhaupt noch Christian Wulff heißt, kann sich auf dieser Seite davon überzeugen.
Einer hat schonmal im Vorfeld alle Anfragen für eine Nachfolge Wulffs abgewehrt. Der Abwehrspieler vom FC Schalke 04, Hans Sarpei, "
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