Erste Ansagerin des DDR-Fernsehens : Margit Schaumäker ist tot

Im deutsch-deutschen Rennen um die TV-Hoheit hatte sie die Nase vorn: Als erste Ansagerin im DDR-Fernsehens gehört Margit Schaumäker zur Mediengeschichte der Republik. Jetzt ist sie gestorben.

Sie war die erste Ansagerin im deutschen Fernsehen der Nachkriegszeit: Margit Schaumäker, die am 1. Oktober 1952 den Start des DDR-Fernsehens verkündete, ist tot. Die 1925 in Berlin geborene Moderatorin und Dramaturgin starb am Freitag im Alter von 87 Jahren nach kurzer Krankheit in Berlin, wie ihr Sohn Andreas Brückner mitteilte.

Wenige Wochen vor dem Sendestart des regulären Programms des Nordwestdeutschen Rundfunks (NWDR) zu Weihnachten 1952 verkündete Schaumäker aus Ost-Berlin: „Hier ist das Versuchsprogramm des Fernsehzentrums Berlin.“ Es handelte sich zwar zunächst um eine Testsendung, doch sie gilt als Geburtsstunde des DDR-Fernsehens.

Zum regulären Sendestart trat Schaumäker dann am 21. Dezember um 20.00 Uhr vor die Kameras - und blieb bis 1964 eine der beliebtesten Ansagerin des DFF, dem späteren Fernsehen der DDR. Dabei wollte Schaumäker zunächst Schauspielerin werden und besuchte nach dem Gymnasium die Schauspielschule am Berliner Schiller Theater, wie ihr Sohn berichtete. In den Kriegsjahren war sie als Sanitätshelferin im Berliner Osten im Einsatz und erlebte den Einmarsch der Roten Armee in Berlin und die Kapitulation.

1947 nahm Schaumäker ein Engagement am Theaters Senftenberg an, wo sie unter anderem das Gretchen in Goethes „Faust“ spielte. Aus dieser Zeit stammt die Freundschaft mit dem Schriftsteller Erwin Strittmatter, der damals Theaterkritiker bei der „Märkischen Volksstimme“ war. Später ging sie an das Deutsche Theater in Berlin und spielte 1951 eine Hauptrolle im DEFA-Unterhaltungsfilm „Modell Bianca“. Ein Angebot aus Dresden schlug sie aus, um die erste deutsche Ansagerin zu werden.

Auch nach dem Ende der Karriere vor der Kamera blieb Schaumäker beim Fernsehen und arbeitete bis 1991 unter anderem bei der Redaktion des TV-Magazins „Prisma“ und als Dramaturgin. Dabei engagierte sie sich für Filme des Schauspielers und Regisseurs Ulrich Thein, darunter 1983 den Mehrteiler „Martin Luther“. Aus der zweiten Ehe mit dem DEFA-Dramaturgen Willi Brückner hat Margit Schaumäker zwei Söhne. dpa

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