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#Facebookdown : Facebook war eine Stunde nicht erreichbar

Ein letztes Aufbäumen gegen den Dislike-Button? Facebook ließ sich am Montagabend erneut nicht aufrufen - nicht nur in Deutschland. Auf Twitter gab's Spott.

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Schade. Irgendwas schiefgelaufen bei Facebook.
Schade. Irgendwas schiefgelaufen bei Facebook.Screenshot: Facebook/Tagesspiegel

Gegen 21 Uhr am Montagabend war plötzlich fast alles grau. "Sorry, something went wrong", hieß es seitdem lapidar beim Aufrufen der Facebook-Seite. Man arbeite daran und wolle das Problem so bald wie möglich beheben. Eine knappe Stunde lang war das soziale Netzwerk für zahlreiche Nutzer nicht zu erreichen. Selbst danach gab es noch Berichte über einen Ausfall. Zunächst ging die Web-Version wieder und dann auch die Apps.

Nicht nur Deutschland war betroffen, sondern auch andere Teile der Welt. Es war bereits der dritte Vorfall dieser Art in weniger als zwei Wochen. Facebook bestätigte die Probleme und nannte dem US-Sender CNBC Konfigurations-Probleme als Ursache. Flächendeckende Ausfälle sind bei Facebook eigentlich ungewöhnlich, weil die Dienste auf mehrere Standorte verteilt sind.

Umso größer war der Spott - natürlich bei Twitter. Unter dem Hashtag #facebookdown meldeten sich reichlich Facebook-Frustrierte zu Wort. Es müsse wohl der Blutmond gewesen sein, twitterte einer. "Kann mich bitte jemand aufwecken, wenn's repariert ist?", fragte ein anderer in die Runde. Und eine Frau machte sich Sorgen, sie könnte jetzt den Kontakt zur Realität verlieren.

Eine Nutzerin aus Chicago hat bereits eine überzeugende Erklärung: Das Betriebssystem wehre sich gegen den Dislike-Button. Vor zehn Tagen erst hatte das Unternehmen angekündigt, dass es an einem "Gefällt mir nicht"-Knopf arbeite. Bisher konnte man in dem sozialen Netzwerk per Tastendruck immer nur Zustimmung signalisieren.

Seine asoziale Seite kann man derweil ziemlich ungeniert in Postings und Kommentaren ausleben. Facebook war deshalb zuletzt zusehends in die Kritik geraten. Heiko Maas hatte Vertreter des Unternehmens zum Gespräch eingeladen, die daraufhin eher halbherzig eine "Taskforce" gegen Hasskommentare ankündigten. Sogar die Bundeskanzlerin befasste sich mit dem Thema. Am Samstag traf Angela Merkel Facebook-Chef Mark Zuckerberg in New York. Der räumte ihr gegenüber ein, dass das Netzwerk Probleme mit Hasskommentaren habe, und kündigte ganz allgemein an, dagegen vorgehen zu wollen.

Deshalb lag für den Ausfall am Montagabend auch der ironische Verdacht nahe, den Nutzer "Flo" bei Twitter äußerte: "Facebook wirft gerade alle Nazis und "Asylkritiker" raus, das dauert halt seine Zeit." (mit dpa)

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