Fehlentwicklung : Streit um Digitalkanäle von ARD und ZDF

Kurt Beck, rheinland-pfälzischer Ministerpräsident und Chef der Rundfunkkommission der Länder, sieht eine Fehlentwicklung und ärgert sich über den Umgang mit Phoenix und 3sat.

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Kurt Beck.
Kurt Beck.Foto: dapd

Phoenix hat bei der Wulff-Gauck-Berichterstattung einen hervorragenden Programm-Job gemacht. Schnell und kompetent war der Ereignis- und Dokumentationskanal von ARD und ZDF. Die Anstrengung hat Phoenix an den Rand seiner Ressourcen gebracht.

Kurt Beck, rheinland-pfälzischer Ministerpräsident und Vorsitzender der Rundfunkkommission der Länder, sieht da eine Fehlentwicklung. In „epd medien“ schreibt er, dass ARD und ZDF den Informationskanal Phoenix stärken und ihre digitalen Infokanäle aufgeben sollen. Beim ZDF wäre das ZDFinfo, bei der ARD Einsextra. Die Intendanten werden sich die Augen reiben. Die Rundfunkpolitik hat ARD und ZDF jeweils drei Digitalprogramme zugestanden, und jetzt will man davon nichts mehr wissen. Johannes Beermann (CDU), sagte quasi im Gleichklang mit seinem SPD-Kollegen Beck, „Politik hat die Digitalkanäle beauftragt. Politik kann sie wieder zurücknehmen. Dafür gibt es eine breite Mehrheit.“ Die Programme sollten ohne zusätzliche Kosten entstehen. Das sei offensichtlich fehlgeschlagen“, sagte Sachsens Staatskanzleichef „Promedia“.

ARD und ZDF erklären, die Digitalangebote würden ohne zusätzliche Gebühren, durch interne Umschichtungen finanziert. Als Konsequenz werden aber Programme wie Phoenix kleingehalten, als Konsequenz hat das ZDF sein finanzielles Engagement bei 3sat in einen Fördertopf für die neuen Digitalkanäle umgewidmet. Mit Beck und Beermann ist die Debatte um die öffentlich-rechtliche Programmformation im digitalen Zeitalter eröffnet. Und sie muss geführt werden: Am Donnerstag hat der Privatsender RTL für den 1. April den neuen, frei empfangbaren Sender RTL Nitro angekündigt. Das Digitalprogramm soll Premieren und Wiederholungen von Spielfilmen und Produktionen aus dem Crime- und Sitcombereich bringen. „RTL Nitro ergänzt das Programmangebot der Mediengruppe RTL perfekt“, sagte Geschäftsführerin Anke Schäferkordt. Nicht anders argumentiert ZDF-Chef Markus Schächter für die Senderfamilie des Zweiten.

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