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Fiktiv und doch nicht erfunden : Laber Rhabarber

16.01.2013 15:56 Uhr
Sind fünf Talker im Ersten einer zu viel? Eine fiktive Geschichte darüber, wie sich Frank Plasberg (v. l.), Sandra Maischberger, Günther Jauch, Anne Will und Reinhold Beckmann über ihre angestammten Plätze und Gäste streiten. Foto: ARD Foto: ARD/Marco GrobBild vergrößern
Sind fünf Talker im Ersten einer zu viel? Eine fiktive Geschichte darüber, wie sich Frank Plasberg (v. l.), Sandra Maischberger, Günther Jauch, Anne Will und Reinhold Beckmann über... - Foto: ARD/Marco Grob

Wie sich die Comedians Oliver Welke und Dietmar Wischmeyer die Redaktionssitzungen des ARD-Talk-Quintetts vorstellen.

Freitag, 10.00 Uhr. Günther Jauch

Redaktionskonferenz bei Günther Jauch. Der Superstar des ARD-Talks lauscht der Manöverkritik zur Sendung vom letzten Sonntag. Sein Redaktionsleiter erwähnt die fantastische Quote und meint dann scherzhaft: „Na gut, wenn wir mal ehrlich sind ... Nach so einem starken Münster-,Tatort‘ könnten wir wahrscheinlich auch sechzig Minuten live auf irgendeine Straßenkreuzung in Haselünne schalten, und wir würden trotzdem fantastische Quoten holen.“ Die Runde lacht herzlich. Günther Jauch lacht nicht. Er schaut den Redaktionsleiter mit kalten Augen an und macht sich eine Notiz.

Der Redaktionsleiter schluckt.

Freitag, 10.01 Uhr. Reinhold Beckmann

Reinhold Beckmann liegt auf dem Boden vor seinem Schreibtisch und spielt auf einer nicht angeschlossenen E-Gitarre „Smoke on the Water“. Es geht ihm super. Draußen vor der Tür hustet jemand. Da sitzen seit einer halben Stunde seine dreiundzwanzig Mitarbeiter und warten auf den Beginn der Konferenz. Sollen sie doch warten. Reinhold Beckmann ist total schnurz, was das Establishment von ihm erwartet. Seit die faschistoiden Schweine von der ARD ihn auf den Donnerstag verbannt haben, können ihn sowieso alle mal kreuzweise. Aber mit Anlauf. Denn Reinhold Beckmann ist jetzt wieder zu seinen Wurzeln zurückgekehrt. Er ist ein freier Mann. Ein Rocker. Ein Outlaw.

Freitag, 10.03 Uhr. Anne Will

Anne Will sitzt in ihrem Büro und gibt einem Journalisten der „TV Spielfilm“ ein Telefoninterview. „Und sagen Sie mal, Frau Will, nagt das denn noch an Ihnen, dass Sie den Sonntagssendeplatz für den Kollegen Jauch räumen mussten? Das war doch am Anfang bestimmt ziemlich bitter, oder?“ DIE Frage schon wieder. Anne Will lacht in den Hörer. „Natürlich nicht. Wir sind inzwischen doch total happy mit dem Mittwoch.“ Anne Wills Standardantwort. Aber während der „TV Spielfilm“-Lurch am anderen Ende der Leitung irgendwas hinterherbrabbelt, tauchen in ihrem Kopf schon wieder diese Bilder auf. Immer dieselbe Fantasie: Günther Jauch hat Joachim Gauck im Studio. Den Bundespräsi himself, die Numero uno, den Boss vom Schloss, den beliebtesten Zonen-Preacher aller Zeiten. Der aufgeblasene Jauch platzt fast vor Selbstzufriedenheit. Aber dieses Gefühl hält nicht lange an. Denn als der Gastgeber sich vom Stuhl erhebt, um den Präsidenten zu begrüßen, platzt doch tatsächlich seine Hose! Mit einem regelrechten Knall. Das Studiopublikum kreischt vor Begeisterung, während Jauch rot anläuft und sich die Hände schamhaft vor den bloßen Hintern hält. Joachim Gauck schüttelt angewidert den Kopf und ruft: „Herr Jauch, Sie sind eine Schande für die deutsche Talker-Zunft. Hiermit entziehe ich Ihnen die Talk-Lizenz. Für immer! Sie dürfen nie wieder irgendwem irgendeine Frage stellen! Nicht im Fernsehen und auch nicht privat!“ Die Klatschaffen im Studio trampeln mit den Füßen.

Anne Will zuckt zusammen. Verdammt, sie hat sich schon wieder total in diesem doofen Tagtraum verloren. Hat sie etwa gerade laut und diabolisch gelacht? Am anderen Ende der Leitung herrscht Stille. Dann fragt der TV-Spielfilm-Mann : „Äh, Frau Will, alles in Ordnung bei Ihnen?“ „Was? Ja klar ... alles prima. Wir hatten, glaube ich, gerade eine Störung in der Leitung. Wie war noch mal die Frage?“

Freitag, 10.30 Uhr. Frank Plasberg

Auch die „Hart aber fair“-Crew konferiert, um das Thema für den kommenden Montag festzulegen. Vorher muss aber jeder Mitarbeiter dem Frank noch mal ganz offen und ungeschminkt sagen, was der Frank in der letzten Sendung BESONDERS gut gemacht hat. Ein Ritual, das vor kurzem eingeführt werden musste, nachdem der Programmbeirat der ARD in einem internen Papier moniert hatte, Plasberg würde „nicht mehr so konsequent nachhaken wie früher“. Das hatte gesessen. Der Frank versucht zwar, es sich nicht anmerken zu lassen, aber auch knallharte Journalisten haben Gefühle. Und jetzt müssen die Kollegen eben alle ein bisschen bei der Aufrichtung des verwundeten Egos mithelfen. Eine junge Redakteurin gibt gerade ihr Bestes, hat aber das Pech, dass sie als Letzte schleimen muss. Die Schleimer, die vorher dran waren, haben ihr schon die ganzen guten Sachen weggenommen.

„Äh ... ich fand die Krawatte vom Frank total gut ... zu dem Hemd ... Und das Licht war echt besonders gut diesmal ... für den Frank. Fand ich.“

Der Frank guckt enttäuscht.

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