Freizeitverhalten der Deutschen : Sex immer unbeliebter, Sport immer beliebter

Das Freizeitverhalten der Deutschen ändert sich. Lieber Medien nutzen als Freunde treffen, lieber alles erleben als was verpassen

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Quälen ist schöner. Immer mehr Deutsche trainieren sich fit.
Quälen ist schöner. Immer mehr Deutsche trainieren sich fit.Foto: dpa

Pessimisten könnten jetzt die große Pessimismuskeule rausholen. Die Deutschen werden zunehmend ein Volk der Einsamen, lieber nutzen sie Medien als sich mit Freunden zu treffen oder Sex zu haben. Eine repräsentative Umfrage des Hamburger Instituts für Zukunftsfragen zeigt Fernsehen an der Spitze der Freizeitbeschäftigungen. 97 Prozent der Bevölkerung schalten wenigstens einmal in der Woche ein. Gemeinsames Fernsehen mit der Familie werde allerdings immer seltener, sagte Ulrich Reinhardt, Wissenschaftlicher Leiter der Stiftung, dem epd. Stattdessen würden einzelne TV-Events wie Supershow, Lieblingsserie oder Sport gemeinsam mit Freunden im Wohnzimmer inszeniert. „Was zählt, ist das gemeinsame Mitfiebern.“

Sport wird immer beliebter

90 Prozent der Deutschen telefonieren gern oder hören Radio, drei von vier Befragten hängen am liebsten ihren Gedanken nach oder lesen. Jeder Zweite hört gezielt Musik.
Im Vergleich zur Umfrage vor fünf Jahren kletterte das Surfen im Internet von knapp 48 Prozent auf über 75 Prozent gestiegen, das Musikhören ist von 39 Prozent auf mehr als 50 Prozent gestiegen. Deutlich beliebter wurde auch Sport wie Fitness-Training oder Radfahren.

Sex wird immer unbeliebter

Deutlich abgenommen haben dagegen die Sozialkontakte. So treffen sich nur noch 17,3 Prozent regelmäßig mit Freunden (minus 33 Prozent), 16,6 Prozent unternehmen etwas mit Freunden (minus 28 Prozent) und 17,3 Prozent unternehmen etwas mit Enkeln oder Großeltern (minus 27 Prozent). Sex und Erotik ist nur bei jedem Dritten (30,3 Prozent) regelmäßiger Freizeitspaß – ein Minus von zehn Prozent.
Die Umfrage zeigt an, dass es ein Umdenken, auf jeden Fall neue Schwerpunkte im Freizeitverhalten gibt. Viele Deutsche seien „zunehmend Getriebene in ihrer eigenen Freizeit, wollen sie doch alles erleben und nichts verpassen“, sagte Ulrich Reinhardt. (mit epd)

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