Medien : Frischzellenkur

Talkshow: Radio Bremen stellt Judith Rakers als neue Co-Moderatorin vom „3 nach 9“ vor

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Im Gespräch. Ab 3. September wird Rakers mit Giovanni di Lorenzo moderieren.Foto: ddp Foto: ddp
Im Gespräch. Ab 3. September wird Rakers mit Giovanni di Lorenzo moderieren.Foto: ddpFoto: ddp

Wenn Journalisten sie „die Grace Kelly der ARD“ nennen, lächelt Judith Rakers milde. Fernsehen sei nun einmal ein visuelles Medium, „zu 80 Prozent wird das Äußere wahrgenommen“, sagt die 34-Jährige mit den strahlenden, blauen Augen und den glänzenden Goldhaaren, die sich am Dienstag in Hamburg der Presse als neue Co-Moderatorin von „3 nach 9“ vorstellte. An der Seite von Giovanni di Lorenzo wird sie ab dem 3. September einmal im Monat Deutschlands älteste Talkshow moderieren. Seit 2005 gehört die Journalistin zum Sprecherteam der „Tagesschau“ und wird vor allem als seriöses, sachliches, besonders hübsches Nachrichtengesicht wahrgenommen.

Sie mache sich auf Gegenwind gefasst, sagt sie. Und über die „3 nach 9“-Moderation: „Es gibt nur wenige Jobs im Fernsehen, bei denen ein solches Stehvermögen und Authentizität erwartet werden.“ Rakers folgt auf Charlotte Roche, die im Januar nach nur fünf Sendungen die Talkshow wegen „unterschiedlicher Auffassungen“ über das redaktionelle Konzept verlassen hatte. Viele Zuschauer sollen sich an der angeblich piepsigen Stimme gestört, andere ihre Fragen für naiv gehalten haben. Der Kontrast zwischen der manchmal kamikazehaft agierenden Charlotte Roche mit ihrem Image als Autorin des Romans „Feuchtgebiete“ und der korrekten Nachrichtenfrau Judith Rakers könnte nicht größer sein.

Dennoch ist Radio-Bremen-Programmdirektor Dirk Hansen überzeugt: „Judith Rakers wird unter Beweis stellen, dass sie neben ihrer Arbeit für die ,Tagesschau’ auch die subjektive Seite beherrscht.“ Bereits im Juli war Rakers Gastmoderatorin bei „3 nach 9“. Mit dem Rapper Sido sprach sie über die Bedeutung des Wortes „Arschwasser“ und mit der Kabarettistin Lisa Fitz über die Pflege ihrer kranken Mutter.

Rakers, die ursprünglich vom Radio kommt, hat seit 15 Jahren Interviewerfahrung und unter anderem für die Zeitschrift „Brigitte“ lange Gespräche geführt. Als Wunschgäste nennt sie mal Robbie Williams, mal den iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad. In der Sendung am 3. September, die wegen eines Fußball-EM-Qualifikationsspiels erst um 22 Uhr 45 beginnt, übernimmt sie unter anderem die Interviews mit Moritz Bleibtreu und Tom Jones. „Offenbar bin ich nach meinem Gespräch mit Pierre Brice für alternde, fremdsprachige Sexsymbole prädestiniert“, sagt sie.

Giovanni di Lorenzo, der in seinen 21 Jahren bei „3 nach 9“ jetzt rund zehn Co-Moderatorinnen erlebt hat, meinte zur erneuten Frischzellenkur: „Mein Bedarf nach Abwechslung ist für die nächsten 20 Jahre gedeckt.“ Das passt, Judith Rakers fände es schön, „mit Giovanni alt zu werden“. Simone Schellhammer

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