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Spieletests : Bewegtes Abenteuer

19.10.2012 19:40 Uhrvon
Szene aus "Fable: The Journey".Bild vergrößern
Szene aus "Fable: The Journey". - Screenshot: Microsoft

Der Kinect-Sensor erlaubt die Konsolensteuerung durch Körperbewegungen. Bis jetzt funktioniert das vor allem bei Tanz- und Sportspielen gut. Dass sich mit Kinect auch eine spannende Geschichte erzählen lässt, will jetzt das Abenteuer "Fable: The Journey" beweisen. Außerdem im Test: "Joe Danger 2: The Movie".

Fable: The Journey (Xbox 360)

Vor fast zwei Jahren brachte Microsoft den Kinect-Sensor auf den Markt. Die Infrarotkamera wirkte damals wie ein Stück Science-Fiction: Plötzlich brauchte man keinen herkömmlichen Controller mehr, sondern konnte Spiele mit den Bewegungen des eigenen Körpers steuern. Besonders gut eignet sich Kinect für Tanz- und Sportspiele: Titel wie "Dance Central" oder "Sports Champions" sind denn auch kommerziell sehr erfolgreich.

Eines ist den Publishern aber bisher nicht so richtig gelungen: Ein Spiel vorzulegen, das die intuitive Steuerung mit einer ernstzunehmenden Handlung verbindet.

"Fable: The Journey" ist der jüngste Versuch, ein Kinect-Spiel mit mehr Tiefgang als üblich zu produzieren. Die "Fable"-Reihe des britischen Game-Designers Peter Molyneux besitzt einen guten Ruf: Die bisherigen Folgen der Rollenspielserie boten frei erkundbare Welten und lebendige Charaktere. "Fable: The Journey" ist ein Spin-Off: Es bedient sich zwar thematisch am "Fable"-Kosmos Albion, kann aber ohne Vorkenntnisse gespielt werden. Der Spieler übernimmt die Rolle des jungen Gabriel, der mit seinem Nomadenstamm auf dem Weg in ein Sommerlager ist. Gabriel besitzt eine treue Stute namens Seren und einen eigenen Planwagen; als die Karawane unterwegs in ein Unwetter gerät, wird Gabriel von der Karawane getrennt und muss sich fortan seinen eigenen Weg durch unsicheres Gelände suchen. Das eigentliche Abenteuer beginnt, als Gabriel eine blinde Seherin vor einem gewaltigen Monster rettet: Schnell stellt sich heraus, dass er der Auserwählte ist, der das Land Albion vor dem Bösen bewahren kann.

Der erste Eindruck des Spiels ist gut: Den Machern gelingt es, mittels Kinect ein emotionales Band zwischen Spieler und Spielfiguren zu knüpfen. Zu Beginn lernt man, den Planwagen über eine holprige und kurvenreiche Straße zu steuern: Die (nicht vorhandenen) Zügel in Händen, gibt man dem Pferd Anweisungen, ob es nach rechts oder links zu laufen, zu traben oder zu galoppieren hat. Ist Seren von der Reise mit Schlamm bedeckt, säubert man ihr Fell mit wischenden Handbewegungen; als sie von einem Pfeil getroffen wird, gilt es diesen sehr vorsichtig herauszuziehen. Mit der Kinect-Steuerung ist der Spieler tatsächlich näher am Geschehen, als wenn er einen Controller in Händen hielte.

Szene aus "Fable: The Journey".Bild vergrößern
Szene aus "Fable: The Journey". - Screenshot: Microsoft

Spätestens in den Kämpfen gegen die Monster Albions offenbaren sich jedoch die Nachteile der Bewegungssteuerung. Held Gabriel lernt eine Reihe mächtiger Zaubersprüche, zum Beispiel das Schleudern von Blitzen oder das Ablenken heranrauschender Wurfgeschosse. Alle diese Zauber führt man mit entsprechenden Bewegungen von Armen und Oberkörper aus, während man auf dem Sofa sitzt. Leider erkennt Kinect die Bewegungen nicht immer so präzise, wie es nötig wäre: Blitze zischen am Ziel vorbei, Abwehraktionen schlagen fehl. Die Steuerung lässt sich zwar nachkalibrieren - dafür muss man aber das Spiel unterbrechen und ins Hauptmenü wechseln. Dieser Mangel an Spielkomfort ist bedauerlich, denn "Fable: The Journey" macht sonst vieles richtig. Grafik und Vertonung sind erstklassig, die Welt Albion entzückt immer wieder mit wunderschönen Ausblicken auf Berge und Wälder, auch die Figuren sind liebevoll gestaltet. Wer bereit ist, über die technischen Mängel und die Linearität des Spiels hinwegzusehen, wird mit "Fable: The Journey" durchaus seinen Spaß haben.

"Fable: The Journey" für Xbox 360. Preis: 50 Euro. USK-Alterseinstufung: ab 12 Jahren. Für das Spiel ist ein Kinect-Sensor erforderlich.

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