Gegenkandidaten darf es geben : Fernsehrat: Bellut soll ZDF-Intendant bleiben

Der ZDF-Fernsehrat will neuen ZDF-Chef im September wählen, respektive Thomas Bellut als Intendanten bestätigen

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Thomas Bellut soll Herr über den Mainzer Lerchenberg bleiben
Thomas Bellut soll Herr über den Mainzer Lerchenberg bleibenFoto: dpa

Eile ist geboten. Wer sich für das Amt des ZDF-Intendanten interessiert, der sollte möglichst bis zum 18. August den Vorsitzenden des ZDF-Fernsehrates, den CDU-Politiker Ruprecht Polenz, darüber informieren. Schon am 18. September will das Gremium zur Wahl des Intendanten/der Intendantin schreiten.

Ein Bewerber steht schon fest: Thomas Bellut, Intendant des Zweiten Deutschen Fernsehens seit 2012. Der 60-Jährige „ist zur Wiederwahl vorgeschlagen“, teilte Polenz mit. Zwar endet Belluts Amtszeit erst im März 2017, doch wollen Gremien und Bellut selbst jetzt schon Gewissheit erstellen, wer das ZDF in die weitere Zukunft führen soll. Der von Anfang 2016 vorgezogene Termin erklärt sich vor allem aus der Agenda des kommenden Jahres.

2016 wird das Jahr des Rundfunkbeitrages. Die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der öffentlich-rechtlichen Anstalten (KEF) wird prüfen, ob die Sender von 2017 an mehr als den bisherigen Monatssatz von 17,50 Euro je Zahler bekommen sollen. Das letzte Wort werden die Ministerpräsidenten haben, die einerseits den Beitrag stabil halten wollen, andererseits entscheiden müssen, wie der bis Ende 2016 erwartete Überschuss von 1,6 Milliarden verwendet werden soll. Bellut will mit seiner Wiederwahl im Rücken sicher erreichen, dass der derzeitige Anteil des ZDF von 4,32 Euro am Monatsbetrag steigen wird.

Weitere Aufgaben stehen an: Die Medienrechte an der Fußball-Bundesliga werden neu verteilt, das ZDF muss überlegen, ob es sich bei Discovery TV-Lizenzen für die Olympischen Spiele 2018 bis2024 besorgt, voraussichtlich Mitte 2016 wollen ARD und ZDF das gemeinsame Jugendangebot starten. Vielfältige Aufgaben, vielfältige Herausforderungen – da sollen Wahlen und Wahlkampf um die Führungsspitze nicht ablenken. Die größte Überraschung am 18. September wäre: keine überzeugende Mehrheit für Thomas Bellut. Joachim Huber

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