Gesicht und Stimme des Diktatoren-TV : Nordkoreas "Volksansagerin" heißt Ri Chun Hui

Wasserstoffbombenfest: Ri Chun Hui ist "Volksansagerin" im staatlichen nordkoreanischen Fernsehen

Dirk Godder, dpa
Ri Chun Hui verkündet Wasserstoffbombentest.
Ri Chun Hui verkündet Wasserstoffbombentest.Foto: REUTERS

Ri Chun Hui (Hee) galt jahrelang als die Stimme und das Gesicht des staatlichen nordkoreanischen Fernsehens. Niemand anders als der bekanntesten Nachrichtensprecherin Nordkoreas war es am Mittwoch vorbehalten, den angeblich erfolgreichen erstmaligen Test einer Wasserstoffbombe des Landes zu verkünden. Wie gewohnt sprach Ri mit feierlich-oratorischer Stimme, für die sie über die Grenzen des abgeschotteten Landes hinaus bekannt und zum Ziel zahlreicher Parodien im Internet wurde. Gekleidet war Ri in einem für sie  ebenfalls typischen traditionellen Kostüm, das in pink gehalten war. Ihr Erscheinen überraschte, da sich die über 70-Jährige „Volksansagerin“ - sie soll 1943 geboren sein - eigentlich schon im Ruhestand befand.

Ri passte ihre Tonlagen immer den Ereignissen an, über die sie berichtete. Mal konnte sie enthusiastisch über die Errungenschaften des Regimes sprechen, mal zornig über die Regierungen in Südkorea und den USA schimpfen. Sie war es auch, die mit tränenerstickter Stimme den Tod des früheren Machthabers Kim Il Sung 1994 im Fernsehen bekanntgab und Ende 2011 den Tod von dessen Sohn und Nachfolger an der Staatsspitze, Kim Jong Il, verkündete. In einem Interview des chinesischen CCTV sprach sie 2012 aber von ihrem Rückzug als Nachrichtensprecherin. „Viele Ansagerinnen sind jetzt sehr jung und hübsch“. Daher sei es für diese angemessener, um vor den Zuschauern zu erscheinen. Ri habe 1971 beim Sender KCTV angefangen, berichtet der Nordkorea-Beobachter North Korea Leadership Watch auf seiner Website. In den 80er Jahren sei sie dann konstant auf KCTV präsent gewesen. 

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