• Grimme Online Award: Der mit dem Netz spielt: Jan Böhmermann für Grimme Online Award nominiert

Grimme Online Award : Der mit dem Netz spielt: Jan Böhmermann für Grimme Online Award nominiert

Der Satiriker Jan Böhmermann ist für den Grimme Online Award 2016 nominiert. Insgesamt stehen 28 Web-Angebote in vier Kategorien zur Auswahl.

Nominiert für Grimme Online Award: Jan Böhmermann.
Nominiert für Grimme Online Award: Jan Böhmermann.Foto: dpa

Noch ein Preis für Jan Böhmermann? Der Satiriker ist für seine "persönliche Leistung" in der Kategorie "Spezial" für einen Grimme Online Award nominiert worden. Begründung: Fernsehmoderatoren sind auf Twitter. Und auf Facebook. Satiriker auch. Jan Böhmermann ist beides, also Fernsehmoderator und Satiriker und auf Twitter und Facebook. Da sei er allerdings unvergleichlich. Keiner bespiele das Netz so wie er, und keiner spielt so mit dem Netz. Das gab das Grimme-Institut am Donnerstag bekannt.

Insgesamt stehen 28 "herausragende Angebote im Web" zur Auswahl in vier Kategorien, die aus mehr als 1200 Einreichungen herausgefiltert wurden. „Längst hat sich das Web als publizistische Sphäre etabliert, in diesem Jahr zeigt sich auch die Webästhetik in beeindruckender Lebendigkeit: Aktuelle Inhalte finden im Netz ganz eigene Erzählformen!“, sagt Frauke Gerlach, Direktorin des Grimme-Instituts.

In der Kategorie Information sind mit dem Twitterkanal „Straßengezwitscher“, der datenjournalistisch aufbereiteten Webseite „Airbnb vs. Berlin“ und dem Podcast „Technische Aufklärung“ unterschiedlichste Formate vertreten. "Für den Grimme Online Preis nominiert zu sein, ist für uns eine große Ehre. Vor allem freut uns, dass dadurch die neue, moderne Herangehensweise an den Journalismus gewürdigt wird. Der Erfolg unseres Projektes zeigt gleichzeitig den offensichtlichen Bedarf an schnellen und zugleich zuverlässigen Informationen", sagt Johannes Filous, einem der Gründer von Straßengezwitscher.

Die Rückkehr des Bildes

In der Kategorie Wissen und Bildung ist der YouTuber DarkViktory nominiert. Mit seinem Format „BrainFed”, so das Institut, präsentierte er sich als verlässliche Nachrichtenquelle, gerade für Jugendliche. Um Hintergrundinformationen zu einem politischen und gesellschaftlichen Ereignis geht es auch bei „Opas Krieg“ und zwar dem ersten Weltkrieg. Christian Mack veröffentlicht die Feldpostkarten seines Großvaters, der als Infanterist an der französischen Front kämpfte.

Die Nominierungskommission hat sich ganz besonders darüber gefreut „dass unterhaltende Angebote im Netz ihren Platz haben. Wenn sie dabei noch Wissen vermitteln – oder wissensvermittelnde Angebote auch unterhaltend sind – umso besser.“ Dafür liefere die App „Imagoras – Die Rückkehr der Bilder“ des Städel Museums das beste Beispiel. Von der Dunkelheit verschluckte Bilder müssen wieder zurück ins Reich der Farben gebracht werden. So lernen Kinder auf spielerische Weise, Kunstwerke genau zu betrachten und ihre Vorstellungskraft einzusetzen.

Beim Grimme Online Award funktioniere aber auch Unterhaltung ohne Wissensvermittlung. Ein ungewöhnliches Format hat die Nominierungskommission mit „Puerto Patida“ gefunden: ein interaktives Live-Rollenspiel als Podcast. Wer hier mitmacht muss innerhalb von 60 Minuten alle Rätsel lösen, sonst wird er vom Gourmet-Kannibalen verspeist.

Alle 28 Nominierten finden sich unter dieser Adresse. Aus den Nominierungen zum Grimme Online Award wird die Jury nun bis zu acht Preisträger ermitteln. Auch das Publikum kann über einen Preis entscheiden. Die Verleihung findet am 24. Juni in Köln statt. Mit Jan Böhmermann? meh

 

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