"hart aber fair" : Nicht zulässig

Vielleicht sind lange Sommerpausen für Talksendungen doch keine so gute Idee: Der WDR ermahnt Plasberg-Firma im Zusammenhang mit einem Event des Versicherungsverbands.

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Woanders im Einsatz. Frank Plasbergs Talk „hart aber fair“ macht Sommerpause. Foto: WDR
Woanders im Einsatz. Frank Plasbergs Talk „hart aber fair“ macht Sommerpause.Foto: WDR

Eigentlich hat Frank Plasberg gerade Urlaub, seine ARD-Montagssendung „hart aber fair“ ist in der Sommerpause. Dennoch gibt es für die Produktionsfirma des Moderators Ärger. Grund: Der Hinweis auf „hart aber fair“ im Zusammenhang mit einer Veranstaltung des Versicherungsverbands. Der WDR verweist umgehend auf die Trennung zwischen ARD-Talk und anderen (privaten) Aktivitäten.

Was ist passiert? Ansager & Schnipselmann, die Produktionsfirma von Moderator Frank Plasberg und seinem Kollegen Jürgen Schulte, wurde vom Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) damit beauftragt, Gesprächsgäste für eine von Plasbergs Frau Anne Gesthuysen im Rahmen des Versicherungstages 2015 moderierte Podiumsdiskussion einzuladen. Teil des Auftrags war die Produktion eines Themenfilms.

Der Auftrag selbst war offenbar weniger problematisch als der Schriftwechsel: Dass die Schreiben einem Bericht der „Bild am Sonntag“ (BamS) zufolge vom Chef vom Dienst der „hart aber fair“-Redaktion unterschrieben wurden und am Ende einer Mail der Verweis auf die „hart aber fair“-Ausstrahlung im Ersten zu finden war, ist offenbar ein Problem. Eine WDR-Sprecherin stellte gegenüber dem Tagesspiegel klar: „Die Produktionsfirma Ansager & Schnipselmann ist ein wichtiger Partner des WDR, arbeitet aber nicht exklusiv für den Sender. Auf die Aktivitäten der Firma, die nicht unsere vertraglichen Vereinbarungen berühren, haben wir keinen Einfluss. Wichtig ist dem WDR jedoch die klare Trennung zwischen der Produktion von ,hart aber fair’ und den anderen Aktivitäten von Ansager & Schnipselmann.“

Anne Gesthuysen ist aktuell nicht mehr für WDR und ARD als Moderatorin tätig

Dem WDR sei die Einladung zu der besagten Podiumsdiskussion nicht bekannt gewesen, auch nicht, dass dabei „hart aber fair“ als Absender auftauchte. Laut Ansager & Schnipselmann sei ein bedauerlicher Fehler passiert, da Gästeanfragen für die Diskussion durch einen Mitarbeiter mit einer falschen Signatur rausgegangen seien. „Der WDR hat Ansager & Schnipselmann darauf hingewiesen, dass dies nicht zulässig ist und künftig zu unterbleiben hat.“ Die Produktionsfirma habe dies zugesichert. Wichtig ist dem WDR dabei der Hinweis: Anne Gesthuysen hat viele Jahre als ARD-Moderatorin gearbeitet, sei aber aktuell nicht mehr für WDR und ARD als Moderatorin tätig.

Frank Plasberg war auf Tagesspiegel-Nachfrage am Sonntag nicht zu erreichen. Sein Kollege Jürgen Schulte sagte: „Dass ein Kollege der ,hart aber fair’-Redaktion, die zur Zeit im Sommerurlaub ist, mit ,hart aber fair’ statt mit Ansager & Schnipselmann gezeichnet hat, war ein Fehler und liegt in der Verantwortung des Geschäftsführers Jürgen Schulte. In den eigentlichen Texten der Einladungsschreiben zum Versicherungstag wurde keinerlei Bezug zur Sendung ,hart aber fair’ oder deren Moderator Frank Plasberg hergestellt.“ Vielleicht sind lange Sommerpausen für Talksendungen doch keine so gute Idee.

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