Humor im Fernsehen : „Hauptsache, das Publikum lacht“

Gagautor Christian Eisert über Schmidt, Pocher und die Grenzen des Humors. An guten Geschmack oder die Messlatte der Moral sollte man dabei nicht denken.

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In zwei Minuten 120 Euro verdienen. Christian Eisert, 36, sorgt dafür, dass Comedians komisch sind. Als Coach lehrt er das Handwerk des witzigen Schreibens. Foto: Promo
In zwei Minuten 120 Euro verdienen. Christian Eisert, 36, sorgt dafür, dass Comedians komisch sind. Als Coach lehrt er das...

Für wen schreiben Sie, Herr Eisert? Wen machen Sie noch lustiger?

Derzeit für die Harald-Schmidt-Show bei Sky, Alfons & Gäste im SR/SWR, „Grünwald Freitagscomedy“ im Bayerischen Fernsehen und das Nachrichtenportal „TagesschAua“ bei Facebook.

Wessen Humor ist Ihnen da am nächsten?

Der von Schmidt, was vielleicht auch daran liegt, dass ich für ihn schon seit fast acht Jahren arbeite. Letztendlich spielt meine Präferenz keine Rolle, Gagschreiber haben eine Dienstleistung für ihren Auftraggeber zu erbringen.

Dass kann doch auch mal unangenehm sein, wenn ein Oliver Pocher oder ein Harald Schmidt sagt: „Mensch, Christian, das soll lustig sein?“

Oliver Pocher sagt gar nichts. Weil ich nur in der „Schmidt & Pocher“-Zeit für ihn schrieb. Harald Schmidt sagt auch nichts, weil wir uns nur einmal kurz im Theater die Hand schüttelten und sonst keinerlei Kontakt haben. Ich möchte diesen Kontakt auch nicht.

Wieso nicht?

Ich schreibe für Kunstfiguren. Ich muss genau Ton und Haltung treffen, die der Künstler in der Sendung vermittelt. Ihn außerhalb dieses Rahmens kennenzulernen, würde für mich dieses Bild von ihm nur verwässern.

Wie groß ist Ihre „Trefferquote“, was die Ablieferung von Gags betrifft?

Man muss wissen, dass ich, je nach Show, einer von bis zu 30 Außenautoren bin. Es stehen für jede Sendung ein paar hundert Gags zur Auswahl. Meine Trefferanzahl schwankt von Sendung zu Sendung zwischen null und drei. Rein rechnerisch war ich letztes Jahr in jeder Sendung dabei, für die ich geschrieben habe.

Dass muss doch ein seltsames Gefühl sein, wenn Ihre Gags dann im Fernsehen von anderen gebracht werden.

Och, ich freue mich auch nach fast zehn Jahren noch über jeden Gag, der von mir kommt. Da empfinde ich so eine Art Vaterstolz. Ich habe das Gagkind großgezogen und hinaus in die Welt gelassen. Nun hat es einen Partner gefunden, und beide sollen glücklich werden.



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