• Initiative ProQuote wirbt mit dem „Kleinen Kai“: Kai Diekmann als Vorbild für Frauen

Initiative ProQuote wirbt mit dem „Kleinen Kai“ : Kai Diekmann als Vorbild für Frauen

Die Initiative ProQuote fordert mehr Frauen in Medien-Führungspositionen. Mithilfe des "Kleinen Kais" soll jetzt der Machtfaktor von weiblichen Führungskräften in den Redaktionen berechnet werden. Davon soll auch die "Bild" profitieren.

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Wollen mehr Frauen in Führungspositionen: Pro-Quote-Vorsitzende Annette Bruhns (l.) und Schauspielerin Jasmin Tabatabai.
Wollen mehr Frauen in Führungspositionen: Pro-Quote-Vorsitzende Annette Bruhns (l.) und Schauspielerin Jasmin Tabatabai.Foto: Promo

Ausgerechnet „Bild“-Chefredakteur Kai Diekmann soll zum Vorbild für den Feminismus werden, indem er der Initiative ProQuote künftig als Maßeinheit für Macht dient: Mit dem „Kleinen Kai“ berechnet sie, wie hoch der Einfluss von Frauen in den Medien ist. Damit will die Initiative den Frauenanteil in den Redaktionen besser gewichten. „Je mehr Frauen auf höheren Hierarchieebenen beschäftigt sind, desto mehr ,Kleine Kais‘ bekommt eine Redaktion“, erklärte Annette Bruhns, Vorsitzende des Vereins, als sie am Montag in Berlin die neue Pro-Quote-Kampagne vorstellte. Die Redaktion mit den meisten „Kleinen Kais“ ist demnach die „Zeit“, wo der Machtanteil der Frauen bei mehr als 40 Prozent liege.

Schauspielerin Jasmin Tabatabai unterstützt ProQuote

Im Februar 2012 war ProQuote mit dem Ziel gegründet worden, dass Frauen mindestens 30 Prozent der Führungspositionen in den Medien übernehmen sollen. „Ein Drittel der Führungsposten sind aber eben nicht automatisch ein Drittel der Macht“, sagte Bruhns. Mit den „Kleinen Kais“ soll nun deutlich werden, dass dieses Ziel noch längst nicht erreicht sei.

Unterstützt wird ProQuote von Schauspielerin und Sängerin Jasmin Tabatabai. „Medien machen Meinung. Und deshalb ist es wichtig, dass Frauen in den Medien einen gleichberechtigten Einfluss haben. Bisher scheint aber vor allem die männliche Meinung die Medien zu dominieren“, sagte Tabatabai. Leider habe sich gezeigt, dass sich ohne Quote in den Redaktionen wenig ändere. „Deshalb braucht es die Quote als Hilfestellung.“ Macht würde heute allerdings oft noch als „unweiblich“ gelten. Deshalb appellierte sie auch an Frauen, sich mehr zuzutrauen.

Die "Bild" belegt den vierten Platz

Die „Bild“-Zeitung liegt bei der weiblichen Führungsrate nach Berechnungen von ProQuote auf Platz vier hinter „Zeit“, „Stern“ und „Spiegel“, was sich ändern dürfte. Ulrike Zeitlinger wechselt demnächst vom Burda-Verlag in die „Bild“-Chefredaktion. Sonja Álvarez

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