Es geht um Nachhaltigkeit und den Abbau von Vorurteilen

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Jenseits vom Klischee : Sinn des Lebens
von
Beate Wedekind.
Beate Wedekind.Foto: Felix Brüggemann

Über sie will Wedekind berichten. Doch nach dem Überfall auf die Touristen Mitte Januar fürchtet Wedekind, dass Anzeigenkunden abspringen. Bis auf zwei bleiben alle dabei.

Am 8. März stellt Wedekind die Äthiopien-Ausgabe auf der Tourismusmesse ITB in Berlin vor. 20 Euro kostet das Heft, doch nur 5000 der 15 000 Exemplare werden über Kioske vertrieben, den Großteil der Auflage hat Wedekind vorab verkauft an Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen, Einzelpersonen und Unternehmen. Namen von Abnehmern nennt Wedekind nicht. Über diesen Vorabverkauf und über Anzeigen sei „365 oneworld“ komplett finanziert.

Doch wie journalistisch, wie kritisch kann ein Magazin sein, das nur die positiven Seiten eines Landes zeigen will? „Ich war nie eine kritische Journalistin, immer Reporterin“, sagt Wedekind. „Mich interessiert, wie Menschen leben. Darüber zu berichten, das sehe ich als meine journalistische Aufgabe.“

Dass viele Menschen in Äthiopien in Armut leben, wird in „365 oneworld“ zwar erwähnt, aber am Rande. Im Mittelpunkt stehen Erfolgsgeschichten. Beispielsweise die des Läufers Haile Gebrselassie, der in Äthiopien ein Fitnessstudio betreibt und mehrere Immobilien besitzt. Es geht um Nachhaltigkeit, beispielsweise um die Solarlampe, die Künstler Olafur Eliasson entwickelt hat. Klaus Töpfer, früherer Direktor des UN-Umweltprogramms, unterhält sich mit Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar über Vorurteile.

Wedekind will mit Vorurteilen in „365 oneworld“ aufräumen. Mit dem Vorurteil, dass Afrika zur Armut verdammt ist. Danach mit dem Vorurteil, dass Älter werden schrecklich ist. Vorhaben, die länger als 365 Tage dauern dürften.

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