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Kanzlerduell : Anne Will moderiert TV-Duell

Die Sender haben sich festgelegt, wer Angela Merkel und Peer Steinbrück im Kanzlerduell befragen darf. Doch während sich ZDF, RTL und ProSiebenSat1 offenbar jeweils schnell einigten, wurde in der ARD viel diskutiert. Warum sich die Talkerin am Ende durchsetzte.

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Anne darf.
Anne darf.Foto: dpa

Die ARD hat sich entschieden. Sie schickt Anne Will, 46, als Moderatorin ins TV-Duell zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihrem Herausforderer Peer Steinbrück (SPD), wie die Sendergemeinschaft am Dienstag mitteilte. Damit ist das Quartett komplett, das die Kanzlerin und den Kandidaten befragen wird.

In den anderen Sendern war die Moderatorenfrage jeweils unumstritten: RTL stellt Peter Kloeppel, 54, auf, für das ZDF wird Maybrit Illner , 48, Kanzlerin und Kandidat befragen, wie der Mainzer Sender am Dienstag bestätigte. ProSiebenSat1 schickt Stefan Raab, 46, der nach anfänglicher Kritik inzwischen auch von SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück akzeptiert wird. Doch in der ARD ist die Wahl der Moderatorin fürs TV-Duell ein Politikum.

So nominierte der Norddeutsche Rundfunk (NDR) Anne Will, der Westdeutsche Rundfunk (WDR) wollte Frank Plasberg aufstellen – der jedoch abwinkte. „WDR-Chefredakteur Jörg Schönenborn hatte mich gefragt und ich habe ihm gesagt, dass ich nicht zur Verfügung stehe“, sagte Plasberg am Dienstag dem Tagesspiegel. 2009 hatte der „Hart aber fair“-Moderator das TV-Duell zwischen Merkel und ihrem Herausforderer Frank-Walter Steinmeier moderiert, zusammen mit Maybrit Illner, Peter Kloeppel und Peter Limbourg. „Vier Journalisten fragen zwei Politiker, das ist eine Erfahrung, die ich nur einmal machen wollte“, begründet Plasberg sein Nein.

Der WDR schlug in der Chefredakteursrunde dann offenbar Ulrich Deppendorf, Leiter des ARD-Hauptstadtstudios vor, der sich dann auch gegen Will durchsetzte. Dass das aber in Sachen Frauenförderung und der Rolle der Talkerin in der ARD einige Fragen aufgeworfen hätte, ist dann den Fernsehdirektoren wohl schnell klar geworden. Und so stimmten sie am Dienstag für Anne Will. Deppendorf wird dafür aber den Wahlabend nach der Bundestagswahl am 22. September zusammen mit „Tagesthemen“-Moderatorin Caren Miosga moderieren. So gibt es am Ende keine Verlierer: Plasberg ist dem Risiko einer Niederlage gegen die Talkerin durch seine Absage vorab aus dem Weg gegangen, Deppendorf bekommt die Elefantenrunde und Will das TV-Duell.

Was aber ist mit Günther Jauch, der Will von ihrem Talkplatz am Sonntag verdrängt hat? Er sollte und wollte offensichtlich gar nicht als Moderator zur Debatte stehen, zumal es mit Raab bereits einen Unterhaltungsjournalisten in der Runde gibt. „Ich finde das eine sehr gute Entscheidung der ARD“, sagte Jauch zur Wahl von Will. Am Ende wird auch er vom Duell profitieren, das voraussichtlich am Sonntag, den 8. September stattfinden soll. Denn er wird in seiner anschließenden Runde über das Aufeinandertreffen diskutieren – und sicher eine satte Quote einfahren.

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