• Karrieren nach dem "GNTM"-Sieg?: Backshop in München, Modeln in New York, RTL-Sternchen im Dschungel
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Karrieren nach dem "GNTM"-Sieg? : Backshop in München, Modeln in New York, RTL-Sternchen im Dschungel

Der Siegerin bei "Germany's next Topmodel" winken einige schöne Gewinne, doch keine Garantie auf eine Supermodel-Karriere

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Jana Beller, Siegerin der sechsten Staffel der Casting-Show "Germany's next Topmodel", in ihrem Backshop im Hauptbahnhof in München.
Jana Beller, Siegerin der sechsten Staffel der Casting-Show "Germany's next Topmodel", in ihrem Backshop im Hauptbahnhof in...Foto: dpa

Am Donnerstag haben sie ihren großen, vielleicht den bislang größten Auftritt in ihrem Leben. Ajsa (18) aus Tübingen, Anuthida (17) aus Lübeck, Katharina (19) aus Winsen an der Luhe und Vanessa (18) aus Bergisch Gladbach kämpfen um die Krone im Finale von "Germany's next Topmodel" (GNTM). Die Siegerin der Pro-7-Fernsehshow wird auf dem Cover eines Modemagazins zu sehen sein, einen Vertrag mit einer Modelagentur erhalten sowie 100.000 Euro. Diese Gewinne stehen fest, was danach kommt, steht nicht fest. "GNTM" in der Anleitung von Heidi Klum sucht bereits zum zehnten Mal Deutschlands „Topmodel“. Also gibt es Erfahrungen, was der TV-Titel wert ist. Eine Übersicht der dpa-Autorin Britta Schultejans zeigt, dass definitive Prognosen schwer möglich sind. Es gibt die Teilnahme im RTL-"Dschungelcamp, es gibt die Modelkarriere in New York - und viel dazwischen. Jana Beller hat gemeinsam mit ihrem Freund am Münchner Hauptbahnhof vor ein paar Monaten einen Backshop eröffnet, ein weiterer soll bald folgen. Ab und zu, erzählt die 24-Jährige, kommen Leute vorbei, die in der Zeitung von ihrem neuen Job gelesen haben. „Die fragen dann nach einem Autogramm.“ Das Spektakel, das sie vor vier Jahren gewann, habe sie in guter Erinnerung, sagt Jana Beller. „Das Reisen war toll. Es gab supertolle Hotels, supertolles Essen“, schwärmt sie. Über die als „Modelmama“ inszenierte Heidi Klum kann sie dagegen kaum etwas erzählen. „Ich kann gar nichts über sie sagen. Du lernst sie ja gar nicht kennen“, sagt sie. „Die Kamera ist an, sie spricht ihren Text. Dann ist die Kamera aus und sie geht wieder.“

Nicht lange nach ihrem Erfolg in der Show im Jahr 2011 kam es zum Bruch mit Klums Vater Günther, der mit seiner Agentur die „Topmodel“-Kandidatinnen unter Vertrag nimmt. „Es war eigentlich relativ leicht, da rauszukommen“, sagt Beller. Heute modelt sie immer noch. Aber eher so nebenbei. Sie genieße es, ihren Tagesablauf selbst bestimmen zu können und einen Ausgleich zu haben zu dem Model-Business, das sie immer wieder auch als oberflächliche Bussi-Bussi-Gesellschaft empfunden habe. „Rote Teppiche sind nichts für mich.“

Lena Gercke ist mit Sami Khedira zusammen

Vor Jana Beller haben fünf „Mädchen“ die Show gewonnen, nach ihr noch drei. Von Lena Gercke, „Topmodel“ der ersten Stunde und Gewinnerin von Staffel eins 2006, könnte man wohl sagen, dass sie geschafft habe. Sie moderierte unter anderem die österreichische Variante der Modelshow und ist heute mit Fußballstar Sami Khedira zusammen. Nach dem WM-Sieg posierte sie fröhlich mit der Pop-Gigantin Rihanna. Die rothaarige Barbara Meier, „Topmodel“ Nummer zwei, die sich gerne auf den roten Teppichen in München zeigt und kurzzeitig mit Iris-Berben-Sohn Oliver liiert war, will inzwischen vor allem schauspielern und hat schon einige kleinere Fernsehrollen ergattert.

Jennifer Hof, die mit erst 16 Jahren die Staffel 2008 gewann, hat dem Model-Business inzwischen den Rücken gekehrt. „Ich bin gereist, war viel unterwegs, habe aber nach und nach gemerkt, dass es doch nicht das Wahre ist“, sagte sie im Interview mit „Bunte.de“. Die junge Frau mit den 1,13 Meter langen Beinen hat eine kaufmännische Ausbildung absolviert. „Man blickt einfach mehr hinter die Kulissen und ich habe festgestellt, dass mir diese Model-Welt zu oberflächlich ist.“ Es habe sie gestört, immer nur auf ihr Äußeres reduziert zu werden. „Ich bestehe aus mehr als nur aus Beinen.“

Sara Nuru, 2009 eine der beliebtesten Gewinnerinnen überhaupt, reist inzwischen als Botschafterin der Stiftung „Menschen für Menschen“ des verstorbenen Karlheinz Böhm immer wieder in das Heimatland ihrer Eltern, Äthiopien. Sie gebe gerne Interviews, sagt ihre Schwester - allerdings nicht mehr so gerne zu Heidi Klums Sendung. Alisar, die Gewinnerin von 2010, hat Vater Klum ebenfalls den Rücken gekehrt und lebt nach Angaben ihres neuen Managements inzwischen als erfolgreiches Model in New York. Jana Beller hat ab und zu noch Kontakt zu ihr.

Das Topmodel von 2014 bietet "Meet & Greet" an

Andere Siegerinnen wie Luisa Hartema (2012) modeln hier und da, Spektakuläres ist nicht darunter. Heidis bislang letztes „Topmodel“, Stefanie Giesinger, die gerne Laufsteg-Fotos von sich bei Facebook postet, scheint noch bei Klums Vater Günther unter Vertrag zu sein. Seine Agentur verloste zumindest kürzlich ein „Meet & Greet“ mit ihr.

Jana Beller hat die Erfahrung gemacht, dass es die Teilnahme an der Show nicht unbedingt leichter macht im Modegeschäft. „Das ist unterschiedlich. Manche haben gesagt: Es gibt inzwischen schon so viele ,Germany's next Topmodels' - damit wollen wir nichts zu tun haben. Andere wiederum fanden es gut, dass ich ausgestiegen bin und haben mir den Job gegeben.“ Die Sendung verfolge sie auch heute noch, sagt Jana - zumindest ab und zu.

Die Biographien der bisherigen "GNTM"-Gewinnerinnen zeigen, dass aus dem Sieg bei der vor allem für Heidi Klum gewinnträchtigen Fernsehshow keine Supermodel-Karrieren erwachsen. Es wird probiert, aber auch schnell wieder Abschied genommen. Zehn Jahre "GNTM" haben wahrscheinlich alle Kandidatinnen zu Realistinnen gemacht, was die Zukunftschancen angeht. Auch die Quoten haben sich angepasst. Das Halbfinale am Sonntag haben rund zwei Millionen Zuschauer gesehen, ein gutes Fünftel weniger als im Vorjahr.

Die "Sternchen"-Nummer, weniger auf dem Laufsteg als im Privatfernsehen, ist wohl immer drin: Sarah Knuppik, Teilnehmerin 2007, und Fiona Erdmann (2008) beispielsweise wollten als "Dschungelcamp"-Zicken auffallen. Das ist gelungen, die große Folgekarriere nicht.

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