Katholisches Hetzportal : Kreuz.net ist offline

Acht Jahre lang haben sie gegen Schwule, Juden, Muslime und gegen alles, was als gesellschaftlich fortschrittlich gilt, gehetzt. Nach vielen Protesten ist das katholische Internetportal kreuz.net nun offline. Wie es zur Abschaltung kam, ist derzeit nicht klar.

Strafrechtlich relevante Äußerungen fanden sich auf kreuz.net auch über den Schauspieler Dirk Bach. „Jetzt brennt er in der ewigen Homo-Hölle“, konnte man dort einen Tag nach seinem Tod lesen. Mittlerweile heißt es, er sei „zur Hölle gefahren“. Screenshot: Tsp
Strafrechtlich relevante Äußerungen fanden sich auf kreuz.net auch über den Schauspieler Dirk Bach. „Jetzt brennt er in der ewigen...

Das umstrittene Internetportal kreuz.net ist offline. Seit Sonntagvormittag ist die Webseite nicht mehr erreichbar. Im Impressum bezeichnete sich die Redaktion als „Initiative einer internationalen privaten Gruppe von Katholiken in Europa und Übersee, die hauptberuflich im kirchlichen Dienst tätig sind“.

Sie gehören zum reaktionären, fundamentalistischen Rand der katholischen Kirche und hetzten seit dem Jahr 2004 gegen Schwule, Juden, Muslime und gegen alles, was als gesellschaftlich fortschrittlich gilt. Ihr Hass richtete sich auch gegen die Mehrheit in ihrer eigenen Kirche, gegen alle Bischöfe, Pfarrer und Kirchenmitarbeiter, die sich dem Zweiten Vatikanischen Konzil verpflichtet fühlen, mit dem die katholische Kirche in den 60er Jahren die Fenster zur Moderne aufgestoßen hat. Die Deutsche Bischofskonferenz hatte sich mehrfach von den Betreiber von kreuz.net distanziert.

Beim Verfassungsschutz wird das Portal als grundgesetzwidrig eingestuft. Demnach gebe es eine Bestrebung gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung, die „die Grenze zur Strafbarkeit überschreitet“, wie Heinz Fromm, der frühere Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, dem Grünen-Abgeordneten Volker Beck auf eine Anfrage einst antwortete.

Gegen die anonymen Betreiber des Internetportals ermittelt die Berliner Staatsanwaltschaft wegen Volksverhetzung. Strafrechtlich relevante Äußerungen fanden sich auf kreuz.net unter anderem über den Schauspieler Dirk Bach. „Jetzt brennt er in der ewigen Homo-Hölle“, konnte man dort einen Tag nach seinem Tod lesen. Später hießt es etwas abgemildert, er sei „zur Hölle gefahren“. Genaue Hintergründe, wieso und von wem das Hetzportal am Sonntag vom Netz genommen wurde, sind derzeit noch unklar. (TSP)

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