Katrin Göring-Eckardt und Rassisten : "Euer Dreck spornt mich an"

Videobotschaft an die Nazis: Grünen-Fraktionschefin Göring-Eckardt liest in einem Clip vor, was Rassisten auf ihrer Facebook-Seite posten.

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Grünen-Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt.
Grünen-Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt.Foto: Screenshot

"Grünes Dreckspack", "Amischlampe", "fette Sau" - das sind die eher zurückhaltenden Kommentare von Rassisten und Rechtsextremen, die auf der Facebook-Seite von Katrin Göring-Eckardt posten. Die Grünen-Fraktionschefin setzt sich für Flüchtlinge ein, wie viele andere, allerdings weniger prominente Menschen wird sie dafür virtuell mit Hass überschüttet.

Jetzt hat Göring-Eckardt auf ihrer Facebook-Seite in einem kurzen Film den Rassisten geantwortet. Darin liest sie eine Auswahl der Postings vor und sagt: "Euer Dreck spornt mich an".

Die Beschimpfungen sind massiv und bedrohlich. "So eine hohle Frucht" will ein User "in das Mähwerk eines Mähdreschers werfen". "Verbrennen sollte man euch, ihr Volksmörder", schreibt ein anderer. Oder auch: "Ich schlage keine Frauen. Aber bei dir würde ich eine Ausnahme machen". Und mehrfach wird die Grünen-Politikerin als - paradox - "Nazi" bezeichnet. Sie rotte schließlich "das deutsche Volk aus".

Den vierminütigen Clip widmet Göring-Eckardt explizit den "vielen anderen Menschen", die Flüchtlingen helfen, angefeindet werden, aber nicht wie sie an die Öffentlichkeit gehen können. Und sie nutzt den Film außerdem zu einem Aufruf an Facebook: "Sorgt endlich dafür, dass solche Posts gelöscht werden", sagt sie. "Mit Freiheit und Demokratie" habe so etwas "nichts zu tun".

Damit stößt sie ins selbe Horn wie Justizminister Heiko Maas (SPD), der sich wegen des Löschens rassistischer Posts auch mit Facebook-Vertretern treffen wird. Über den Sinn einer solchen Aktion wird allerdings durchaus diskutiert.

Unbestritten dagegen dürfte sein, wie unsäglich es ist, mit was für Äußerungen Göring-Eckardt konfrontiert wird - auch analog oder "old school", wie sie sagt: In einem Fax kündigt ihr der Absender an, sie "zu foltern", "zu quälen", ihr die "Augen herauszureißen" und anderes mehr, wenn sie nicht "endlich ihr deutschenfeindliches Mundwerk hält".

Auf Twitter bekommt Göring-Eckardt unter dem Hashtag #NoHateSpeech viel Zuspruch für ihre Aktion. Unter dem Post auf der Facebook-Seite der Politikerin gibt es am Freitagmittag schon mehrere hundert Kommentare zu dem Clip. Viele sind positiv, beglückwünschen Göring-Eckardt zu ihrem Mut. Aber die Rassisten sind auch weiter mit dabei: "Heul' doch rum du Lügenschwein (...)", schreibt einer, "Verrat am deutschen Volk", ein anderer.

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