KenFM wieder auf Fritz : Jebsen: "Es tut mir leid"

Am vergangenen Sonntag wurde KenFM kurzfristig aus dem Fritz-Programm genommen, nun durfte der umstrittene RBB-Radiomoderator wieder ans Mikrofon - nach der Antisemitismus-Debatte allerdings mit klaren Vorgaben.

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Moderator Ken Jebsen.
Moderator Ken Jebsen.Foto: ARD/Fritz

KenFM ist eine Unterhaltungssendung, für den umstrittenen Radio-Fritz-Moderator Ken Jebsen liegt die Betonung dabei besonders auf Haltung. Am vergangenen Sonntag war seine Sendung aus dem Programm genommen worden, nachdem Jebsen eine antisemitische Haltung vorgeworfen worden war. In der aktuellen Sendung gab Jebsen zu, „in missverständlicher Form eine private Mail an einen Hörer verfasst“ zu haben. Die mitunter hitzigen Diskussionen führten leider oft dazu, dass „gebotene journalistische Standards nicht eingehalten werden“. Der Satz „Ich weiß, wer den Holocaust als PR erfunden hat“, stamme allerdings aus der Autobiografie des Soziologen Edward Bernays. „Das war keine Holocaust-Leugnung“, sagte Jebsen und entschuldigte sich: „Wenn sich insbesondere die jüdische Gemeinde durch diesen Satz gekränkt fühlt, tut mir das leid“. Allerdings sei der Vorwurf, er würde den Holocaust leugnen, absurd. Jeder, der die Sendung kenne, wisse dies. PR war dann auch Thema der aktuellen Sendung, allerdings als Akronym für Positives Radio. Als Beispiele für eine positive Haltung wurde das couragierte Auftreten gegen Gewalt oder die Mut-Kampagne von Misereor thematisiert.

Jebsen hatte erst nach ausführlichen Gesprächen wieder auf Sendung gehen können. Die Themen seiner Radioshow muss er nun mit dem Sender absprechen, darauf hatte ihn RBB-Programmchefin Claudia Nothelle festgelegt. „Wir mussten leider erkennen, dass er in manchen Fällen die Grenze überschritten hat. Pointierte Meinung passt in die Sendung – aber nicht, ohne die journalistischen Standards einzuhalten“, hatte sie erklärt.

Henryk M. Broder, der Jebsens Mail öffentlich gemacht hatte, hat dessen Einladung in seine Sendung abgelehnt. „Eher gehe ich mit Claudia Roth in die Sauna“, erwiderte der Publizist. Auch wenn der RBB Jebsen vom Vorwurf des Antisemitismus freigesprochen hat, einige der Mails, die seither in Broders Blog „Die Achse des Guten“ eingehen, haben diesen Geist jedoch tief eingeatmet. „Zurück zu Ken Jebsen. Weiter im Pogrom“, schreibt Broder.

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