Kommunikationspanne : Ja, ja – nein, nein

In einem Interview hatte DuMont-Vorstand Franz Sommerfeld die „Frankfurter Rundschau“ bereits zum Verkauf freigegeben. Wenig später musste er kräftig zurückrudern.

von

Es ist davon auszugehen, dass Franz Sommerfeld seine Worte mit Bedacht wählt. Schließlich ist er Vorstand des Medienhauses M. DuMont Schauberg („Berliner „Zeitung“, „Kölner Stadt-Anzeiger“), also eines auf Kommunikation spezialisierten Unternehmens. Nun sagte Sommerfeld der „Financial Times Deutschland“, dass der Verkauf der „Frankfurter Rundschau“ für DuMont durchaus eine Option sei. „Wenn wir einen hoch interessierten Käufer finden, der uns viel Geld dafür zahlen würde, würden wir das natürlich prüfen.“ Und ruderte gleich am Mittwoch wieder zurück: „Ein Verkauf steht für uns nicht zur Debatte, er wird auch nicht angestrebt.“ Das sagte Sommerfeld der dpa und verwies auf die Pflicht eines Managers, ein seriöses Angebot zu prüfen.

Für die „Rundschau“ gibt es nach Sommerfelds Aussage zwar kein Angebot – für die Mitarbeiter aber jetzt das klare Signal, dass DuMont nicht um jeden Preis an der Zeitung hängt. Die „FR“ steckt tief in den roten Zahlen und wird da auch 2013 nicht, wie von Sommerfeld geplant, rauskommen.

DuMont ist Mehrheitseigentümer der „FR“, zweitgrößte Gesellschafterin der „Rundschau“ ist mit 40 Prozent die SPD-Medienholding ddvg. Und die ist entsetzt über Sommerfelds Aussagen. Es erstaune sie, dass ausgerechnet der Manager eines Medienhauses „so unverantwortlich herumschwadroniert“, sagte SPD-Schatzmeisterin Barbara Hendricks bei der Jahrespressekonferenz der ddvg am Mittwoch. Sie wolle rechtliche Schritte gegen DuMont prüfen.

Trotz der „FR“-Verluste erzielte die auch an Madsack und der „Sächsischen Zeitung“ beteiligte ddvg im Geschäftsjahr 2011 stabile Zahlen. Mit einem Betriebsergebnis von 15,9 Millionen Euro lag sie etwa auf Vorjahresniveau. 7,1 Millionen Euro werden aus dem Gewinnvortrag an die SPD ausgeschüttet (Vorjahr: 7,7 Millionen Euro). Sonja Pohlmann

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben