Komparsen als Claqueure : "Big Brother" kauft sich Zuschauer

Am Mittwochabend sackte "Promi Big Brother" ins Quotentief. Doch nicht nur beim Fernsehpublikum läuft es schlecht. Für die Live-Sendung am Freitagabend werden nun Komparsen eingesetzt, um Cindy aus Marzahn und Oliver Pocher zu bejubeln.

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Wieder raus: raus: Cindy aus Marzahn und Oliver Pocher haben David Hasselhoff (M.) aus dem Container bereits nach fünf Tagen wieder verabschiedet.
Wieder raus: raus: Cindy aus Marzahn und Oliver Pocher haben David Hasselhoff (M.) aus dem Container bereits nach fünf Tagen...Foto: dpa

Wer als Statist beim Film mitspielt, hofft wohl immer auf ein Stück vom Ruhm. Doch der Job, der am Freitagabend auf Komparsen in Berlin-Adlershof wartet, ist wenig glamourös. Die Aufgabe: Publikum spielen beim Sat-1-Format „Promi Big Brother“ – denn Zuschauer, die sich freiwillig die Live-Sendung vor Ort anschauen und die Moderatoren Cindy aus Marzahn und Oliver Pocher bejubeln möchten, finden sich offensichtlich nicht genug.

Vorher abhauen, ist nicht drin

30 Euro gibt es für fünf Stunden Einsatz von 18 Uhr 30 Uhr bis 23 Uhr 30. Vorher abhauen ist nicht drin. „Ihr müsstet bis zum Schluss auf der Veranstaltung bleiben!!“, heißt es in der Mail, die zwei Berliner Agenturen am Donnerstag verschickt haben. Und gemütlich wird’s auch nicht. „Es ist eine Open-Air-Location, heißt, Ihr seid im Freien und müsst stehen“, warnen die Agenturen vorab und bitten „um Diskretion“. Bereits bei der Auftaktsendung am vergangenen Freitag sollen Komparsen als Claqueure gecastet worden sein.


Es sei „üblich, dass Restposten an Tickets an Komparsen vergeben werden, um bei Shows auch nur kleine Lücken im Publikum zu vermeiden. Es handelt sich hierbei um Einzelfälle“, teilt die Produktionsfirma Endemol mit. „Wir sind mit dem Interesse an den Kauf-Tickets für ,Promi Big Brother' weiterhin zufrieden.“ Wie viele Zuschauer „echt“ sind und wie viele gekauft, gibt sie nicht bekannt. So klein scheinen die Lücken allerdings nicht zu sein. „Gerne könnt ihr Freunde & Bekannte mitnehmen“, steht in der Agentur-Mail.

Auch die TV-Quote sinkt


Aber nicht nur vor Ort, sondern auch vor den Bildschirmen findet die Sendung weniger Publikum als wohl geplant. Nur noch 1,34 Millionen Zuschauer (Marktanteil 6,6 Prozent) verfolgten am Mittwochabend die Sendung, die bis zum 27. September täglich läuft, bei starker Konkurrenz gegen die Champions-League-Übertragung im ZDF. Den Bestwert hatte die Sendung zum Start mit 3,21 Millionen Zuschauern erzielt. "Im Moment stehen wir nach sechs Folgen bei einen durchschnittlichen Marktanteil von 16,5 Prozent. Das ist deutlich über Senderschnitt, darf aber natürlich ruhig noch mehr werden", sagt eine Sat-1-Sprecherin.

Das aber wird schwer. Mit David Hasselhoff ist bereits der prominenteste unter den Nicht-Prominenten ausgezogen. Auf ihn folgt Georgina Fleur, die bereits beim "Dschungelcamp" mitgemacht hat. Sat1 hatte das RTL-Format mit "Promi Big Brother" in gewisser Weise nachahmen wollen. Dieser Versuch ist allerdings schon jetzt gescheitert. Sonja Álvarez

- „Promi Big Brother“, Sat 1, 20 Uhr 15

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