Konkurrenz für Spotify, Deezer oder Napster : Nun streamt auch Apple Musik

Streamingdienst, Internetradio, Künstlertreffpunkt - Apple Music will sich unter anderem durch Empfehlungen von DJs statt von Algorithmen von Konkurrenten wie Spotify und Deezer abheben. Eine Version mit Werbung wird es nicht geben.

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Apple-Chef Tim Cook (rechts) und Johnny Iovine haben in San Francisco Apple Music vorgestellt.
Apple-Chef Tim Cook (rechts) und Johnny Iovine haben in San Francisco Apple Music vorgestellt.Foto: AFP

Berlin - „Musik ist auch eine Geschichte von Veränderungen, an einigen hatten wir unseren Anteil“, mit diesen Worten kündigte Apple-Chef Tim Cook am Montag in San Francisco den Start von Apple Music an. Doch während Apple mit der Erfindung des iPods und dem Start des iTunes-Stores im Jahr 2003 den Verkauf von digitaler Musik als Pionier revolutioniert hatte, haben dieses Mal andere Unternehmen das Feld bereitet. Mit dem neuen Angebot konkurriert Apple mit vorhandenen Streamingdiensten wie Spotify, Deezer oder Napster.
Um sich gegenüber der Konkurrenz abzusetzen, wirbt Apple mit Musik-Empfehlungen, die von realen Experten und nicht von Algorithmen stammen. Zu den Experten gehört der Radio-DJ Zane Lowe, den Apple von der BBC abgeworben hat. Zu Apple Music gehört zudem das Internet Radio Beats One, das rund um die Uhr aus New York, Los Angeles und London Musik für 100 Länder sendet. Dritte Säule ist Connect. Künstler können in diesen Bereich Musik, Videos oder Fotos einstellen und mit ihren Fans in Kontakt treten. Alle drei Funktionen werden in einer App gebündelt.

Apple startet den neuen Musikdienst Ende Juni. Es wird ihn für Apple-Geräte, aber auch für Windows-Nutzer mit iTunes geben und im Herbst auch für Android. Der monatliche Abopreis liegt bei 9,99 Dollar, für Familien mit bis zu sechs Mitgliedern gibt es ein besonderes Angebot für 14,99 Dollar.

800 Millionen iTunes-Nutzer sind potenzielle Abonnenten von Apple Music

Anders als die Konkurrenten Spotify und Deezer verzichtet Apple auf ein werbefinanziertes Angebot. Dabei wird die Musik nach einiger Zeit von Werbung unterbrochen. Bei Spotify nutzen drei Viertel der insgesamt 60 Millionen Nutzer diese kostenlose Variante, bei Deezer sind es sechs der insgesamt 16 Millionen Musikfreunde. Dafür kann der Apple-Dienst drei Monate kostenlos ausprobiert werden. Der iTunes-Store hat zur Zeit 800 Millionen Kundenkonten, deren Besitzer nun zu potenziellen Abonnenten von Apple Music werden.
Neben dem neuen Musikangebot hat Apple auf der Entwicklerkonferenz in San Francisco noch eine Reihe von Neuigkeiten für die nächste Mac-Betriebssystemversion OS X El Capitan, das Mobilsystem iOS 9 sowie für die Apple Watch vorgestellt. Zudem wurde angekündigt, dass der Bezahldienst Apple Pay demnächst auch in Großbritannien verfügbar sein wird. Zum Deutschlandstart wurde nichts gesagt. Dafür können in Apple Maps auch in Berlin künftig Verbindungen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gefunden werden.

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