Kritik an US-Preis für Meinungsfreiheit : Josef Haslinger: "Charlie Hebdo" trägt nicht zur Versöhnung bei

Der Präsident des deutschen PEN-Zentrums, Josef Haslinger, hat die Auszeichnung der französischen Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" mit einem US-Preis für Meinungsfreiheit kritisiert.

Charlie Hebdo
Charlie HebdoFoto: AFP

Die Zeitschrift überziehe religiöse Menschen mit Spott, dadurch fühlten sich viele beleidigt, sagte Haslinger am Mittwoch dem Deutschlandradio Kultur. "Das muss man nicht unbedingt mit einem Preis auszeichnen."

Haslinger warf "Charlie Hebdo" vor, die Zeitschrift trage in Paris zur Verschärfung des Klimas zwischen den gesellschaftlichen Gruppen bei - und nicht zur Versöhnung. Er wolle mit seiner Kritik der Freiheit der Kritik und Kunst keine Grenzen setzen, aber man müsse nicht alles mit einem Preis unterstützen. "Wir sind darauf angewiesen, dass wir zu einem gedeihlichen Zusammenleben der verschiedenen Kulturen und Religionen kommen", hob Haslinger hervor.

Seine Kritik richtete sich gegen die Entscheidung der US-Sektion des Schriftstellerverbandes PEN, "Charlie Hebdo" wegen Einsatzes für die Meinungsfreiheit auszuzeichnen. Hintergrund ist der islamistisch motivierte Anschlag auf die Redaktion der Zeitschrift am 7. Januar, bei dem zwölf Menschen erschossen wurden.

Die Täter wollten sich offenbar für Karikaturen des Propheten Mohammed in der Satirezeitschrift rächen. Nach dem neuerlichen Abdruck einer Mohammed-Karikatur durch "Charlie Hebdo" nach dem Anschlag hatte es in mehreren muslimisch geprägten Ländern Ausschreitungen mit Toten und Verletzten gegeben. AFP/Tsp

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