"Landlust" & Co. : Allzeithoch am Kiosk

Noch nie gab es so viele Magazine zur Auswahl wie heute. Doch auch online wächst das Angebot der Verlage.

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Eine so große Vielfalt an Titeln wie heute herrschte am Kiosk noch nie.
Eine so große Vielfalt an Titeln wie heute herrschte am Kiosk noch nie.Foto: Imago

Wer heute an den Kiosk geht, hat so viele Magazine zur Auswahl, wie nie zuvor. 1587 Titel erscheinen regelmäßig, das sind noch einmal rund 70 mehr als im Vorjahr – ein neuer Rekord, wie der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) am Montag bei seiner Jahrespressekonferenz mitteilte. „Das Angebot wird immer spezifischer“, erklärte Stephan Scherzer, VDZ-Hauptgeschäftsführer.

Mehr als 90 Prozent der Bevölkerung lesen Printtitel

Gelesen werden die Titel aber nicht nur gedruckt, sondern auch online über die verschiedenen Kanäle des stationären und mobilen Webs. Mehr als 90 Prozent der Bevölkerung lesen einer VDZ-Umfrage zufolge Printtitel, 72 Prozent nutzen die digitalen Angebote der Verlage, mit wachsender Tendenz. Darauf geht wiederum die insgesamt sinkende Auflage zurück.

Die Zeitschriftenverlage machten im Geschäftsjahr 2013 einen Umsatz von rund 15 Milliarden Euro im In- und Ausland, wobei Print mit einem Anteil von 66 Prozent weiterhin die tragende Säule ist. Ins Digitalgeschäft wird aber zunehmend investiert, für das Online-Geschäft wird im laufenden Jahr deshalb ein Plus von 14,8 Prozent erwartet. Insgesamt rechnen die Verleger für 2014 erneut mit stabilen Umsätzen.

Allerdings geht die Branche bei den Anzeigenumsätzen von einem Minus von rund 1,5 Prozent aus. Dafür werden Mehreinnahmen durch Bezahlangebote erwartet – die nach Ansicht von Scherzer aber eines weiteren Ausbaus bedürfen. „Der Kampf Print gegen Digital ist vorbei. Beide Bereiche müssen zusammengedacht werden“, sagte der VDZ-Hauptgeschäftsführer. Ein großes Ärgernis seien jedoch die Adblocker, mit denen Leser Werbung auf den Onlineseiten ausblenden könnten. „Wenn Verlage gegen solchen Adblocker-Angebote klagen wollen, befürworten wir das“, betonte Scherzer. Aber auch die Agenturen seien gefragt, spannendere Werbeformen zu entwickeln, die von den Lesern gerne angeklickt werden. Sonja Álvarez

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