Letzte Tagesthemen mit Tom Buhrow : "Morgen ist ein neuer Tag"

Nach knapp sieben Jahren hat sich „Tagesthemen“-Moderator Tom Buhrow von seinen Zuschauern verabschiedet. Wer ihm folgt ist noch immer unklar. Eine Option ist aber vom Tisch.

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Das Team der Tagesthemen beklatscht Tom Buhrow nach seiner letzten Sendung.
Das Team der Tagesthemen beklatscht Tom Buhrow nach seiner letzten Sendung.Foto: dpa

Tom Buhrow ist ein bisschen erkältet, als er am Sonntag das letzte Mal bei den „Tagesthemen“ vor die Kamera tritt. 2481 Tage, so hatte es Wettermoderator Sven Plöger in der Sendung vorgerechnet, war Tom Buhrow das Gesicht der „Tagesthemen“. Ab 1. Juli soll er nun die Position des WDR-Intendanten übernehmen.
Routiniert führte der 54-Jährige durch die Sendung: SPD, Hochwasser, Türkei. Schließlich verfolgten laut einer Messung der GfK-Fernsehforschung 2,24 Millionen Zuschauer, wie Tom Buhrow sich mit einem Zitat des Dichters Theodor Fontane verabschiedete: „Tröste dich, die Stunden eilen / Und was all dich drücken mag / Auch das Schlimmste kann nicht weilen / Und es kommt ein andrer Tag.“
Vielleicht war es eine Anspielung auf Buhrows obligatorischen Schlusssatz, den er am Ende jeder Sendung zu sagen pflegte: „Das waren die ,Tagesthemen’ von heute. Morgen ist ein neuer Tag“; vielleicht nur die poetische Umsetzung seiner Botschaft an die Zuschauer, denen er „trotz schlechter Nachrichten“ vor allem „Zuversicht“ wünschte. Er versprach, als Intendant dafür zu sorgen, dass die „Tagesthemen“ die Qualität haben, „die Sie erwarten dürfen“. Er selbst habe es zu Beginn des Jahres noch nicht für möglich gehalten, seinen Job zu wechseln.

Am Ende traten die Mitarbeiter vor laufenden Kameras auf die Bühne, Kosprecherin Caren Miosga überreichte einen Blumenstrauß. Buhrow genoss die Abschiedsszene sichtlich. „Ihr seid die Besten“, sagte er zu seinen Mitarbeitern. Marc Bator, von 2005 bis 2013 Sprecher der „Tagesschau“, war ein solcher öffentlicher Abschied im Mai noch verwehrt geblieben. Vielleicht weil er der ARD den Rücken gekehrt hatte. Bator war zum Privatsender Sat1 gewechselt.

Thomas Roth wird nicht aus New York eingeflogen

Buhrow aber blieb der ARD treu und folgt nun als WDR-Intendant auf Monika Piel, die im Januar überraschend aus gesundheitlichen Gründen ihren Rücktritt verkündet hatte. Wer bei den Tagesthemen die Stelle von Tom Buhrow einnehmen soll, ist indes weiter offen. Eine ARD-Sprecherin schloss mittlerweile aus, dass USA-Korrespondent Thomas Roth für die Sendung wöchentlich eingeflogen werden könnte. Bisher galt es als wahrscheinlich, dass künftig Roth zusammen mit Ingo Zamperoni im Wechsel mit Caren Miosga die „Tagesthemen“ moderieren würde. Thomas Roth wollte sich auf Anfrage nicht dazu äußern.

Über Buhrows Nachfolge könnte auf der nächsten Sitzung der ARD-Intendanten am 24. und 25. Juni in Mainz entschieden werden. Bis dahin wolle man sich nicht an Spekulationen über Namen beteiligen, hieß es dazu von der ARD. (mit sal)

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