Lobbyradar : ZDF zeigt Netzwerk der Macht

Wer steht hinter welchem Experten? Wer hat an welche Partei gespendet? Welcher Minister sitzt in welchem Aufsichtsrat? Das Lobbyradar des ZDF zeigt politische Verstrickungen auf.

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Das Lobbyradar des ZDF zeigt die Verflechtungen in der Politik auf.
Das Lobbyradar des ZDF zeigt die Verflechtungen in der Politik auf.Screenshot: Tsp

Das Netzwerk der Macht aufdecken, das verspricht ein neues interaktives Angebot des ZDF, das am Dienstag gestartet wurde. Mit dem Lobbyradar wird sichtbar, wer hinter angeblich unabhängigen Experten steht, wer an Parteien gespendet hat und wie eine Lobby mit der Politik verbunden ist. ZDF-Lobbyradar entstand als Kooperation der Redaktion heute.de mit dem Medieninnovationszentrum Babelsberg (MIZ).

In der Lobbyradar-Datenbank sind Tausende von Namen und deren Verbindungen gespeichert. Aus dieser Datenmenge entstand zum einen eine interaktive Netzgrafik, die alle Verbindungen visuell darstellt. Zum anderen kann das Lobbyradar als Erweiterung zum eigenen Internet-Browser (Firefox, Chrome, Safari) installiert werden und zeigt dann nach der Aktivierung auf jeder beliebigen Webseite die gefundenen Verbindungen an. In einem Kommentar auf tagesspiegel.de zum Koalitionsstreit über die BND-Affäre kommt die Erweiterung auf 51 Treffer. Fährt man mit der Maus über die unterstrichenen Begriffe, werden die damit verbundenen Parteien, Regierungskabinette, Verbände, Organisationen, Stiftungen, Verlage, Unternehmen und andere Verweise aufgelistet. Damit eignet sich das Werkzeug sowohl für die Recherchen von ZDF-Redaktionen wie „heute“ oder „Frontal 21“, aber auch für jeden anderen politikinteressierten Internet-Nutzer.

Der Lobbyradar nutzt verschiedene Quellen: Eine davon ist das Lobbyregister des Deutschen Bundestages. Auf jeden der über 600 Bundestagsabgeordneten kommen rund zehnmal so viele Lobbyisten. Darunter sind auch Exoten wie der Verband der Seemannsfrauen, die Deutsche Orchideen-Gesellschaft oder die Bundesvereinigung Sadomasochismus – sie alle wollen ihre Interessen berücksichtigt sehen. Kurt Sagatz

www.lobbyradar.zdf.de

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