Lockstoff : Tore in der Kneipe werden teurer

Der Pay-TV-Sender Sky erhöht die Abopreise für die Sportsbars um zehn Prozent. Die Wirte sprechen von "kalkulierter Erpressung".

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Die Gastwirte und Kneipiers in Deutschland werden für Livefußball aus Bundsliga und Champions League deutlich mehr bezahlen müssen. Der Pay-TV-Sender Sky bestätigte dem Tagesspiegel, dass sich die Abos für „Sportbars“ im Schnitt um zehn Prozent verteuern werden. Insgesamt sieht die „Preisstruktur Gastronomie“ sechs Größenkategorien vor. Danach sind die Abos nach dem Umfang der konzessionierten Verkaufsfläche gestaffelt. Für Kneipen bis 35 Quadratmeter steigt der Monatspreis von bisher 189 Euro auf 219 Euro. In den übrigen Kategorien galten und gelten seit Juli folgende Preise: bis 75 Quadratmeter 229/269 Euro, bis 100 Quadratmeter 309/339 Euro, bis 150 Quadratmeter 399/429, bis 200 Quadratmeter 479/529 Euro, ab 201 Quadratmeter 589/629 Euro.

Kneipiers in Berlin nennen die Teuerungsrate „unverschämt“ und sprechen von „kalkulierter Erpressung“, da nicht wenige Gäste wegen des Livefußballs kommen. Der Pay-TV-Sender Sky hält exklusiv die kompletten Liverechte an den deutschen Bundesligen und an der Champions League. Rund 20 000 Gastwirte in Deutschland und Österreich leisten sich diesen „Lockstoff“ für ihre Gäste.

Sky-Sprecherin Krämer wies darauf hin, dass die Preisanpassungen „bei Bestandskunden nur dann zum Tragen kommen, wenn der Kunde damit einverstanden ist, ansonsten wird das Vertragsverhältnis aufgelöst“. Das „Bar Package“ sei von keiner Preiserhöhung betroffen, „im Gegenteil, es wurden sogar zwei weitere Sender addiert bei stabilen Preisen“. Zudem seien Produkt- und Servicequalität beständig ausgebaut und erhöht worden, „dabei bleibt es nicht aus, dass ein Mehrwert an Leistung auch Preisanpassungen mit sich bringt“, sagte Britta Krämer.

Sky Deutschland ist mehrheitlich im Besitz von News Corp. des Medienmoguls Rupert Murdoch. Der Sendebetrieb ist trotz steigener Abo-Zahlen unverändert defizitär, im Frühjahr wurden die exklusiven Medienrechte an den Bundesligen für vier Spielzeiten ab 2013/14 für beinahe zwei Milliarden gekauft. Ein Betrag, der auch über steigende Abopreise refinanziert werden soll. Joachim Huber

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