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Löschen ohne Wirkung : Karte mit Flüchtlingsheimen wieder auf Google Maps

Beginnt jetzt das große Hase-und-Igel-Spiel? Am Freitag löscht Google eine fremdenfeindliche Karte auf Google Maps. Am Samstag ist sie wieder online - auf Google Maps

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Nicht mehr abrufbar: Die fremdenfeindliche Karte auf Google Maps
Nicht mehr abrufbar: Die fremdenfeindliche Karte auf Google MapsScreenshot: Google Maps

Am Freitag hatte Google die fremdenfeindliche Karte „Kein Asylantenheim in meiner Nachbarschaft!“ auf Google Maps gelöscht. Am Samstag war sie wieder da, wieder auf Google Maps, mit anderer Kennung und dieses Mal unter der Überschrift „Übersicht zu Asylantenheimen in Deutschland“ und dem Zusatz: „Wir bejahen den grundsätzlichen Anspruch auf Asyl, lehnen aber Asylmißbrauch kategorisch ab.“ Die rechte Organisation „Der III. Weg“ verlinkt die interaktive Karte auf der eigenen Homepage. Internetnutzer hatten die Karte mehrfach bei Google gemeldet, da die Karte zu Anschlägen auf Flüchtlingsheime ermutigen könnte. Sollte Google auch dieses Mal löschen, wird sich das Hase-und-Igel-Spiel fortsetzen.

Bereits Anfang der Woche hatten Medien über die umstrittene Karte. berichtet. Unter dem Namen „Kein Asylantenheim in meiner Nachbarschaft!“ wurden hunderte Adressen von Flüchtlingsheimen in ganz Deutschland auf einer interaktiven Karte eingezeichnet. Selbst die Bewohnerzahl wurde mitgeliefert. Die rechte Organisation „Der III. Weg“ verlinkte die Karte auf der eigenen Homepage und rief dazu auf, weitere Adressen via E-Mail mitzuteilen. Dazu stellte „Der III. Weg“ auf der eigenen Seite einen Leitfaden online, wie man den Bau von solchen Einrichtungen durch lokalen Aktivismus verhindern könne. Internetnutzer hatten die Karte mehrfach bei Google gemeldet, da die Karte zu Anschlägen auf Flüchtlingsheime ermutigen könnte.

Karte verstößt gegen Google-Richtlinien

Google hatte auf Proteste von Internetnutzern reagiert und die Karte entfernt. Nun findet man unter dem Link nur: „Diese Karte ist nicht mehr zugänglich, weil sie gegen unsere Richtlinien verstößt.“ Sprecherin Lena Heuermann sagte dem Tagesspiegel: „Wann immer Inhalte illegal sind, entfernen wir sie von unseren Produkten. So verfahren wir auch mit Inhalten, die gegen unsere Richtlinien und Nutzungsbedingungen verstoßen, wozu auch das Zufügen von Schaden sowie die Förderung von Hass gehören." Der Leitfaden auf der Seite von "Der III. Weg" nach wie vor zugänglich.

Weitere Karte entfernt

Auch eine weitere Google-Maps-Karte wurde mit gleicher Begründung gesperrt: Unter dem Titel „Helft mit! Helft Menschen in Not!“ war eine identische Karte online gestellt worden. Jetzt.de vermutete eine gut gemeinte Gegenaktion, jedoch könnten dahinter auch Rechtsextreme stecken.

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