Mehr säumige Zahler beim Rundfunkbeitrag : 4,87 Millionen Konten im Mahnverfahren

Bei mehr als jedem zehnten Beitragskonto zur Rundfunkgebühr kam es Ende 2015 zu einem Mahnverfahren. Gebührenverweigerer sind allerdings nur ein Teil des Problems.

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Das könnte das Motto der Brandenburgerin sein, die seit 2013 keinen Rundfunkbeitrag bezahlt
Das könnte das Motto der Brandenburgerin sein, die seit 2013 keinen Rundfunkbeitrag bezahltFoto: dpa

Es gibt sie immer, die spektakulären Fälle von säumigen Zahlern des Rundfunkbeitrages, mit dem ARD, ZDF und das Deutschlandradio finanziert werden. Das geht, wie jüngst geschehen, bis hin zur Festsetzung von Mutter und Kind in Bergisch-Gladbach durch den Gerichtsvollzieher, die nur dadurch beendet wurde, dass der Lebensgefährte die mehreren hundert Euro an Nachforderung bezahlte.

Tatsächlich befinden sich nach Angaben des Beitragsservice zum Stichtag 31. Dezember 2015 rund 4,87 Millionen oder 10,9 Prozent der Beitragskonten im Mahnverfahren. 2014 waren es noch 4,5 Millionen Konten. „Die Zahl der Mahnmaßnahmen des Jahres 2016 wird voraussichtlich wieder rückläufig sein und auf dem Niveau von 2014 liegen“, sagte Christian Greuel, Sprecher des Beitragssservice, dem Tagesspiegel. Die zwischenzeitliche Erhöhung sei unter anderem auf die große Zahl der neu angemeldeten Beitragskonten zurückzuführen.

Häufiger Grund: nicht pünktlich gezahlt

Bei den Konten im Mahnverfahren handele es sich keineswegs um Personen, „die ihrer Beitragspflicht nicht nachkommen wollen“, sagte Greuel. Oft werde nicht pünktlich zum fälligen Termin bezahlt. Welche Gründe tatsächlich zu verspäteten oder ausbleibenden Zahlungen führen, darüber könne nur spekuliert werden, sagte Greuel, es sei aber davon auszugehen, dass es überwiegend finanzielle Gründe seien.

Der Beitragsservice hat auch Erkenntnisse darüber, wie sich die Zahlen der Beitragskonten im Mahnverfahren über die Sendegebiete verteilen. Sie schwanken zwischen 8,77 Prozent beim BR in Bayern und 13,09 Prozent bei Radio Bremen (Bundesebene: 10,9 Prozent). Die Quote in städtischen Regionen sei tendenziell höher als in ländlichen Gebieten, was auch mit der Bevölkerungsstruktur zusammenhänge. Joachim Huber

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