Mit Gratis-Angebot : „Guardian“ steigert Online-Umsatz

In Deutschland wird über Bezahlmodelle im Netz diskutiert. Der "Guardian" beweist, dass das Geld auch bei Gratis-Angeboten fließt - und auch Print davon profitiert.

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Hat Erfolg im Netz: Die britische Zeitung "Guardian".
Hat Erfolg im Netz: Die britische Zeitung "Guardian".Foto: dpa

Mit seiner konsequenten Gratisstrategie hat der britische Verlag Guardian News & Media, der die Zeitungen „Guardian“ und „Observer“ herausgibt, seine digitalen Umsätze im vergangenen Jahr um 25 Prozent gesteigert. Bis Ende März 2014 werde der Jahresumsatz von 55 Millionen Pfund (66,7 Millionen Euro) auf 70 Millionen Pfund (84,9 Millionen Euro) wachsen, teilte der Verlag am Dienstagabend mit.

Zum ersten Mal seit acht Jahren positive Zahlen

Insgesamt freut sich der Verlag über positive Zahlen. So gibt es zum ersten Mal seit acht Jahren ein Umsatzplus aus Print und Online von fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Noch 2012 hatte die Zeitungssparte bei Guardian News & Media ein Minus von mehr als 30 Millionen Pfund (36,4 Millionen Euro) verkraften müssen.

Das Erscheinen der gedruckten Zeitung sei über Jahre abgesichert, betonte der Verlag in seiner Mitteilung. Dazu trägt auch der Verkauf seines Anteils von 50,1 Prozent am Portal Auto Trader an den Investor Apax bei, was rund 619 Millionen Pfund (750,9 Millionen Euro) einbringt. Die genauen Zahlen werden erst im Sommer bekannt gegeben.

Die positive Entwicklung des Online-Umsatzes werden auch die Verlage hierzulande mit Interesse verfolgen. Weiterhin herrscht Unsicherheit darüber, ob eine Gratisstrategie wie die des „Guardian“ der richtige Weg ist oder ein Bezahlmodell, wie es der Springer-Verlag für „Welt“ und „Bild“ eingeführt hat. Sonja Álvarez

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