#mobilegeddon : Google stuft Webseiten ohne Mobil-Optimierung herab

Online-Angebote, die sich auf Smartphones und Tablets nicht gut darstellen lassen, will Google ab Dienstag mit einem schlechteren Ranking in den Suchergebnissen bestrafen. Das trifft vor allem kleinere Webseiten - aber auch einige große Unternehmen.

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Bei der mobilen Suche will Google in Zukunft die Webseiten bevorzugen, die ihr Angebot dafür optimiert haben.
Bei der mobilen Suche will Google in Zukunft die Webseiten bevorzugen, die ihr Angebot dafür optimiert haben.Foto: dpa

Die Texte groß und gut lesbar, die Links leicht anzuklicken und das Design an die Bildschirmgröße angepasst: So stellt sich Google Webseiten vor, die für die mobile Nutzung optimiert sind. Online-Angebote, die sich auf Smartphones und Tablets nicht gut darstellen lassen, will das Unternehmen ab Dienstag mit einem schlechteren Ranking in den Suchergebnissen bestrafen – so war es bereits vor acht Wochen angekündigt worden.

Der Grund für die Neuerung: Immer mehr Menschen nutzen mobile Geräte für den Zugriff auf das Internet. In den USA war bereits im vergangenen Jahr die Zeit, die User über mobile Geräte im Internet verbrachten, größer als die der klassischen Desktop-Nutzung. Auch in Deutschland steigen die Webseiten-Zugriffe über mobile Endgeräte stetig. „Unsere Algorithmen müssen sich diesen Nutzungsgewohnheiten anpassen“, heißt es in einem offiziellen Blog-Eintrag des Webmaster-Teams von Google.

Ryanair und American Apparel könnten abgestraft werden

Die Entscheidung von Google wird signifikante Auswirkungen auf die Suchergebnisse der Mobil-Suche haben. Treffen kann das besonders die Betreiber kleinerer Webseiten, deren Angebote nicht für die mobile Nutzung optimiert sind. Ihre Zugriffszahlen könnten massiv leiden. Doch es sind auch große Unternehmen, deren Angebote noch nicht optimiert sind. Dazu zählen etwa die Fluggesellschaft Ryanair, das Modelabel American Apparel oder die britische Zeitung „The Daily Mail“. Unter dem Hashtag #mobilegeddon werden die Folgen der Änderung im Google-Algorithmus diskutiert.

Überprüfen lässt sich die Mobilfreundlichkeit von Webseiten über ein von Google zur Verfügung gestelltes Tool. Hier zeigt sich, dass die meisten Nachrichtenseiten in Deutschland bereits über eine mobil-freundliche Darstellung verfügen - darunter auch tagesspiegel.de. Markus Hesselmann, Chefredakteur Online beim Tagesspiegel, nennt die Entscheidung von Google angesichts sich ändernder Nutzungsgewohnheiten "konsequent".

In anderer Sache hat Google derzeit wegen des Rankings der Suchmaschinenergebnisse Ärger mit der EU-Kommission. Der Vorwurf lautet, Google nutze seine Macht bei der Internetsuche aus, um Konkurrenten in anderen Bereichen zu benachteiligen. So taucht etwa bei jeder Produktanfrage ein Kasten des gesonderten Dienstes „Google Shopping“ ganz oben auf der Seite auf – selbst wenn andere Angebote der Suchanfrage mehr entsprächen.

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