Musik-Streaming : Deezer kommt Spotify zuvor

Für Mittwochabend hat der Musik-Streaming-Anbieter Spotify zu einer wichtigen Ankündigung geladen. Nun kommt der französische Konkurrent Deezer den Schweden zuvor.

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Der neue Deezer-CEO Hans-Holger Albrecht setzt auf weltweite Expansion.
Der neue Deezer-CEO Hans-Holger Albrecht setzt auf weltweite Expansion.Foto: AFP

Musik, Filme, Serien, Hörbücher – immer mehr Mediengattungen lassen sich über Streamingdienste nutzen, zugleich wird der Wettbewerb immer härter. Am 8. Juni könnte Apple auf der Entwicklerkonferenz WWDC den Startschuss für einen eigenen Dienst geben, erwarten Branchenvertreter. Das Unternehmen hatte mit iPod und iTunes-Store schon einmal den Musikmarkt revolutioniert, hat aber bislang den Streamingmarkt Anbietern wie Spotify, Napster, Deezer oder Tidal überlassen. Basis für Apples Angebot könnte der Streamingdienst Beats sein, den das von Tim Cook geführte Unternehmen im vergangenen Jahr für drei Milliarden Dollar gekauft hatte. Bereits jetzt soll Apple nach Medienberichten Druck auf die großen Musik-Labels ausüben, um den Konkurrenten die werbefinanzierten Gratisangebote zu verleiden.

Zuletzt hatte Deezer den schwedischen Konkurrenten Spotify angegriffen

Den letzten Angriff auf die Konkurrenten hatte der französische Dienst Deezer vor einigen Wochen gestartet. Zahlende Nutzer können seither mit einem Premium-Angebot Musik im nahezu verlustfreien Flac-Format hören. Um in diesen Genuss zu kommen, wird allerdings ein Sonos-Streaminggerät benötigt. Deezer hat sechs Millionen Abonnenten und 16 Millionen Nutzer des werbefinanzierten Angebots. Wichtigster Konkurrent für Deezer ist derzeit Spotify. Das schwedische Unternehmen kommt auf rund 60 Millionen Nutzer, von denen rund ein Viertel zahlende Abonnenten sind.

In Frankreich, Großbritannien und Schweden bietet Deezer nun auch Podcasts von rund 20 000 Shows an. Die Podcasts decken die Bereiche Nachrichten, Sport und Unterhaltung ab. Unter den Anbietern sind unter anderem die Financial Times, das Online-Magazin Slate und diverse Radio-Stationen aus Europa, zum Beispiel Radio Nova aus Frankreich. Es sei wichtig, den Konsumenten deutlich zu machen, dass es bei Deezer mehr als Musik gibt, fügte der neue deutsche Chef des Musik-Streamingdienstes Deezer, Hans-Holger Albrecht, mit Blick auf ein neues Podcast-Angebot des Streamingdienstes hinzu.

Deezer will mit einer Diversifizierung des Angebots und weltweiter Präsenz zu einer festen Größe der Branche machen. „Ich denke, es wird in der Zukunft vier oder fünf große Akteure geben“, sagte Albrecht in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP. „Deezer wird einer von ihnen sein.“ Sicherlich werde das Streaming-Angebot, das der US-Konzern Apple plant, ein starker Konkurrent werden. Deezer verfolge aber eine andere Strategie, die auf globale Expansion setze. Deezer ist in 180 Ländern vertreten. „Unsere Strategie liegt darin, uns in geografischer Hinsicht weiterzuentwickeln, so dass wir mehr entstehende Märkte haben, mehr Telekom-Partnerschaften haben und bei den Produkten breiter gefächert sind“, sagte der Unternehmenschef. Kurt Sagatz

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