Nach dem ESC-Fiasko : „Der NDR hatte genug Chancen“

ESC-Pleite und die Folgen: ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber sagt nichts mehr, eine CSU-Politikerin bringt einen ungewöhnlichen Vorschlag.

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ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber, auch NDR-Programmbereichsleiter "Fiktion & Unterhaltung".
ESC-Verantwortlicher: ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber, auch NDR-Programmbereichsleiter "Fiktion & Unterhaltung".Foto: NDR/Marcus Krüger

„Es gibt nur eine Lösung für den #ESC2017 – der Bayerische Rundfunk muss Verantwortung übernehmen. Der @ndr hatte genug Chancen @BR_Presse“, ein Tweet von Dorothee Bär, CSU-MdB, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur. Eine Schnapsidee? Über das deutsche Versagen beim Eurovision Song Contest am vergangenen Samstag via ARD ist schon einiges geschrieben und gesagt wurden. Der Aspekt ging im Streit zwischen der Ukraine und Russland um das allzu politische Siegerlied ein bisschen unter. Nach dem Debakel des Manga-Mädchens Jamie-Lee wurde in Deutschland einer der Hauptschuldigen schnell ausgemacht: Thomas Schreiber, Unterhaltungskoordinator der ARD, im Hauptberuf Abteilungsleiter beim NDR, der Sender, der traditionell beim ESC die Verantwortung trägt. Seine Erklärung für Jamie-Lees Niederlage: „International und beim Publikum in allen Altersschichten ist es offenbar eher auf Unverständnis gestoßen, dass ein Manga-Mädchen aus Deutschland antritt.“ Das verbreitete Schreiber am Sonntagmorgen via Pressemitteilung.

Näher dazu befragen ließ sich Thomas Schreiber bislang nicht. Er sei unterwegs und nicht greifbar, teilte der NDR am Mittwoch dem Tagesspiegel mit. Wie wird der ESC 2017 vorbereitet? Stefan Raab macht es ja längst nicht mehr. Sollte Deutschland, die ARD, Hauptfinanzier der Veranstaltung, eine Auszeit nehmen? Bleibt es beim Vorentscheidungs-Modus, den Schreiber ja schon diesmal mit seinem missglückten Prädikt für Xavier Naidoo aushebeln wollte? Sollte der NDR die ganze Chose besser abgeben? An den MDR? Den BR? Der Bayerische Rundfunk hat den Vorschlag von Dorothee Bär am Mittwoch ebenfalls via Twitter kommentiert: „Und eine Kandidatin für den #ESC2017 kennen Sie bestimmt auch schon, gell? #nicetry.“ meh

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