Nach dem Springer-Funke-Deal : Erst einmal weiter so

Funke-Geschäftsführer Nienhaus stellt sich bei der "Berliner Morgenpost" vor.

Sonja Álvarez

Der Neue kam, sah und beruhigte. Als Christian Nienhaus am Dienstagmorgen im Axel-Springer-Hochhaus vor die Mitarbeiter der „Berliner Morgenpost“ trat, war die Stimmung gedrückt. Skeptisch wurde erwartet, was der Geschäftsführer der Essener Funke Mediengruppe (FMG), die vom Springer-Konzern die „Morgenpost“, das „Hamburger Abendblatt“ und mehrere Zeitschriften wie die „Hörzu“ für 920 Millionen Euro kaufen will, über die Zukunft der Redaktionen zu sagen hatte. Doch nach rund eineinhalb Stunden Fragen und Antworten sei die Stimmung sehr gelöst gewesen, berichteten mehrere Mitarbeiter anschließend.

Zwar würden die „Morgenpost“-Mitarbeiter neue Verträge bekommen, allerdings unter denselben Bedingungen wie bisher. Laufzeiten, Urlaubs- und Weihnachtsgeldzahlungen sowie weitere Vereinbarungen würden demnach nicht verändert werden. Bestehen bleiben soll auch die Redaktionsgemeinschaft mit der „Welt“. Auf zunächst zwei weitere Jahre soll diese die „Morgenpost“ beliefern – allerdings nicht aus einem gemeinsamen Newsroom heraus. Die „Morgenpost“ wird wohl in das alte Gebäude der „B.Z.“ am Kurfürstendamm ziehen. Die Räume werden frei, weil Springer die Redaktionen von „Bild“-Berlin und „B.Z.“ zusammenlegen will. Ob die „Welt“ künftig auch Funke-Titel wie die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ beliefern wird, ist am Dienstag kein Thema gewesen.

Auch „Morgenpost“-Chefredakteur Carsten Erdmann soll sich in der Runde positiv über die FMG geäußert haben. Er sei morgens mit einem gespannten Gefühl zu einem gemeinsamen Frühstück mit den Funke-Leuten gegangen, habe aber einen guten Eindruck gewonnen, erzählte er bei der Versammlung, berichten Redaktionsmitglieder. Erdmann selbst wollte sich zu dem Gespräch nicht äußern.

Nienhaus brachte am Dienstag auch die Idee einer neuen Sonntagszeitung für Nordrhein-Westfalen auf. Schließlich erscheint die „Morgenpost“ sieben Tage die Woche. Solche Pläne dürften wiederum „Welt am Sonntag“-Chefredakteur Jan-Eric Peters nicht besonders gut gefallen, hat seine Zeitung doch zahlreiche Leser in der Region. Sonja Álvarez