Nach "FAS"-Artikel : Pussy Riot beschwert sich beim Deutschen Presserat

Mit einer Beschwerde beim Deutschen Presserat will sich Nadeschda Tolokonnikowa, Mitglied der russischen Band Pussy Riot, gegen einen Artikel wehren, der über sie in der "FAS" erschienen ist. Noch ist aber überhaupt nicht sicher, ob die Beschwerde überhaupt zugelassen wird.

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Die Mitglieder der russichen Punk Band Pussy Riot: Maria Aljochina (v.l.), Jekaterina Samuzewitsch und Nadeschda Tolokonnikowa.
Die Mitglieder der russichen Punk Band Pussy Riot: Maria Aljochina (v.l.), Jekaterina Samuzewitsch und Nadeschda Tolokonnikowa.Foto: dpa

Die russische Punkband Pussy Riot hat beim Deutschen Presserat Beschwerde gegen einen Artikel der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ eingelegt. Der Anwalt des Band-Mitglieds Nadeschda Tolokonnikowa wirft der Zeitung in dem Schreiben an den Presserat vor, private Informationen und Gerüchte ungeprüft aus staatsnahen russischen Medien übernommen zu haben, bestätigt der Presserat eine Meldung der Nachrichtenagentur epd. Beispielsweise heiße es in dem Artikel „Lady Suppenhuhn“, der am 25. August vorab auf faz.net veröffentlicht wurde, Tolokonnikowa habe ihr Kind von einem Computertisch fallen lassen und unterstelle somit, dass sie eine schlechte Mutter sei. Dazu werde Tolokonnikowa in dem Artikel der Lüge bezichtigt, ohne dass dies journalistisch nachgeprüft worden sei. Ihr sei nicht die Möglichkeit zur Äußerung eingeräumt worden, wie es Ziffer 8 des Pressekodexes vorschreibt. Auch werde seine Mandantin wegen ihrer Mitgliedschaft in der Aktionsgruppe „Wojna“ durch einen RAF-Vergleich mit Terroristen gleichgesetzt. Nach Angaben der epd will sich der Zeitungsverlag mit Verweis auf das laufende Beschwerdeverfahren zunächst nicht äußern. Der Presserat muss die Beschwerde allerdings noch prüfen. Wird sie tatsächlich zugelassen, entscheidet das Gremium über sie in seiner nächsten Sitzung Anfang Dezember. sop

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