Nachrichten aus dem neuen Studio : Testbetrieb bei der „Tagesschau“

Die "Tagesschau" soll moderner werden, dabei helfen soll auch ein neues Studio. Doch die Inbetriebnahme verzögert sich.

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Wird bald rundum renoviert: die Tagesschau. Foto: dpa
Wird bald rundum renoviert: die Tagesschau.Foto: dpa

Eigentlich hätten sie alle schon längst darin sitzen sollen. Jan Hofer, Judith Rakers, Ingo Zamperoni, Caren Miosga und all die anderen Sprecher und Moderatoren von „Tagesschau“ und „Tagesthemen“. Doch noch immer ist das neue Studio für die Nachrichtensendungen im Ersten nicht fertig. Seit vier Jahren wird bereits an dem rund 24-Millionen-Euro-Projekt gearbeitet – aber jetzt, nach einigen Pannen, läuft es im Testbetrieb, wie der „Spiegel“ in seiner aktuellen Ausgabe berichtet. Wenn alles gutgeht, soll ab Februar 2014 live aus dem neuen Studio gesendet werden.

Probleme bereitete demnach bisher die Grafiksoftware, die die Bilder für die 17 Meter breite und 2,20 Meter hohe Videoleinwand erzeugen und die Kameras lenken soll. Auf der Leinwand sollen auch 3-D-Grafiken eingespielt werden können. Doch die Software habe die Perspektiven verzerrt. „Auch wir haben unseren Berliner Flughafen“, sei auf den ARD-Gängen gelästert worden. Kai Gniffke, Erster Chefredakteur des „Tagesschau“, sagte im „Spiegel“, dass er sich angesichts der Pannen vor „Hohn und Spott“ gefürchtet und gedacht habe: „Das war’s“. Nun ist die Softwarefirma aber zuversichtlich, die Probleme schnell in den Griff zu bekommen.

Mit dem neuen Studio soll „Tagesschau“ und „Tagesthemen“ ein zeitgemäßeres Aussehen gegeben werden. „Heute-Journal“-Moderator Claus Kleber hat kürzlich gegen die Nachrichtensendungen gestichelt. „Trockenes Nachrichtenablesen“ vom Blatt gebe es heutzutage nur noch um 20 Uhr bei der „Tagesschau“ „und im koreanischen Fernsehen“. Das ZDF sendet bereits seit 2009 aus einem virtuellen Nachrichtenstudio.

Mit dem neuen Studio soll die „Tagesschau“ auch eine überarbeitete Melodie bekommen. Aber auch dabei gab es Probleme. Die Witwe des Komponisten Hans Carste, Grit-Sieglinde Carste, war unzufrieden mit der Überarbeitung des berühmten Fanfarenklangs. Sonja Álvarez

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