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Nachrichtensendungen der ARD : "Tagesschau" nennt AfD nicht immer "rechtspopulistisch"

Die ARD will in Nachrichtensendungen die AfD nicht permanent als "rechtspopulistisch" bezeichnen. AfD-Chefin Petry und Vize Gauland freuen sich.

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Die "Tagesschau" nennt die AfD nicht mehr permanent "rechtspopulistisch".
Die "Tagesschau" nennt die AfD nicht mehr permanent "rechtspopulistisch".Foto: imago/epd/NorbertxNeetz

In den Nachrichtensendungen der ARD wird die AfD nicht länger stets mit dem Zusatz "rechtspopulistisch" versehen. ARD-aktuell-Chefredakteur Kai Gniffke sagte dem Tagesspiegel, man verzichte bereits seit einiger Zeit darauf, bei jeder Nennung der AfD das Attribut "rechtspopulistisch" zum Parteinamen hinzuzufügen.

"Hintergrund dieser Vorgehensweise ist die Tatsache, dass die AfD nicht zuletzt aufgrund der zurückliegenden Landtagswahlen einen solch hohen Bekanntheitsgrad erreicht hat, dass es der permanenten Einordnung durch dieses Attribut nicht mehr Bedarf, um den Zuschauerinnen und Zuschauern eine Orientierung zu ermöglichen", sagte Gniffke. "Zudem haben Teile unseres Publikums die permanente Nennung der 'rechtspopulistischen AfD' als Versuch einer Bevormundung empfunden, der nicht dem Anspruch der Tagesschau entspricht."

Die "Tagesschau" hätte sich den Begriff deshalb "abgewöhnt". Man müsse lernen, die AfD als eine demokratisch legitimierte Partei zu behandeln. Er halte die AfD weiterhin für rechtspopulistisch, sagte Gniffke. "Das bedeutet aber nicht, dass wir permanent das Attribut 'rechtspopulistisch' vor dem Parteinamen 'AfD' nennen müssen."

AfD-Chefin Frauke Petry reagierte erfreut auf die Ankündigung der ARD. "Wunder gibt es immer wieder", schrieb sie.

Auch AfD-Vize Alexander Gauland begrüßte die Entscheidung. "Es ist löblich, dass der ARD-Chef Gniffke sich dazu durchgerungen hat, die AfD nicht mehr als ,rechtspopulistisch' zu bezeichnen. Denn erstens sind wir eine demokratische Partei, die für rechtsstaatliche Prinzipien eintritt und sich in kein Rechts-links Spektrum einordnen lässt", heißt es in einer AfD-Mitteilung. Zweitens habe Gniffke erkannt, "dass die Menschen es seit langem satthaben, von den Medien bevormundet und belehrt zu werden. Die Menschen in Deutschland sind klug genug, um sich anhand unserer Programmatik ein eigenes Bild über die AfD zu machen."

Laut Gauland würden immer mehr Menschen ihren Informationsbedarf direkt auf den Netz-Plattformen der AfD stillen. "Es ist an der Zeit, dass auch die anderen Medien unseriöse Adjektive in Bezug auf die AfD aufgeben und neutral über uns berichten", schrieb Gauland.

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