Neue ZDF-Sitcom Lerchenberg : „Du bist doch gar nicht so ein Arsch“

Weltstar des internationalen Studentenfilms trifft alternden Fernsehstar: Eva Löbau und Sascha Hehn über die gemeinsame ZDF-Sitcom „Lerchenberg“.

von und Thomas Eckert
Alles auf Anfang. Ex-Star Sascha Hehn (er selbst) strebt sein Comeback im ZDF an. Jungredakteurin Billie (Eva Löbau) soll ihm dabei helfen. Heraus kommt die Sitcom „Lerchenberg“, ein selbstironischer Blick auf das ZDF und die Fernsehbranche. Foto: ZDF
Alles auf Anfang. Ex-Star Sascha Hehn (er selbst) strebt sein Comeback im ZDF an. Jungredakteurin Billie (Eva Löbau) soll ihm...

Frau Löbau, als Sie erfuhren, dass Sie mit Sascha Hehn drehen sollten, was war Ihr erster Gedanke: versteckte Kamera, schlechter Scherz?

LÖBAU: Ich wurde gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, eine Kulturredakteurin zu spielen, die Sascha Hehn zu einem Comeback verhelfen soll. Und das leuchtete mir sofort ein.

Sie haben sich gesagt, diesen Sascha Hehn, den habe ich immer schon bewundert, eines meiner großen Vorbilder ...

LÖBAU: Ganz so war es nicht. Sascha wurde ja eher von der Generation meiner Eltern verehrt. Ich kannte ihn eigentlich kaum. Vielleicht weil ich ohne Fernseher aufgewachsen bin. Ich wusste, dass es Sascha Hehn gibt. Aber mir standen nicht sofort die Highlights seiner Karriere vor Augen, als ich den Namen Hehn hörte.

Herr Hehn, wie überrascht waren Sie, als Ihnen „Lerchenberg“ begegnete?

HEHN: Eine Überraschung war das Wie. Es passiert einem Schauspieler eher selten, dass plötzlich ein Regisseur und ein Produzent vor der Tür stehen und einem eröffnen, sie hätten da etwas vor. Und dann sitzen die da auf deiner Couch und erzählen, und du denkst, was wollen die eigentlich von dir? Du bist doch gar nicht so ein Arsch wie der, den du spielen sollst und der so heißt wie du. Aber irgendwann packt es dich dann. Das war einer dieser ganz seltenen Glücksmomente, von denen wir Schauspieler immer träumen. Und dann darfst du dich auch noch selber spielen. Geil.

LÖBAU: Ich wurde 2008 nach einer Filmpremiere gefragt, ob ich Lust hätte, „Lerchenberg“ zu machen. Dann hörte ich lange nichts mehr und hatte das Projekt schon beinahe vergessen. Damals, also 2008, sagte mir Felix Binder, der Regisseur, dass er vorhätte, demnächst mit Sascha Hehn zu reden.

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Herr Hehn, war Ihnen Frau Löbau bekannt?

HEHN: Als ich ihren Namen hörte, dachte ich: Eva who? Das kam wahrscheinlich daher, dass ich die letzten Jahre kaum noch ferngesehen habe. Ich hatte keinen Fernseher. Aber das glaubt mir wahrscheinlich sowieso keiner.

„Lerchenberg“ ist da. Wie zufrieden sind Sie mit dem Ergebnis?

LÖBAU: Ich bin erst dann wirklich zufrieden, wenn die Serie weitergedreht wird. Wenn sie sich weiterentwickeln darf.

HEHN: Wir bewegen uns im Rahmen der Möglichkeiten, wenn Sie verstehen, was ich meine. „Lerchenberg“ ist eine rein fiktive Geschichte. Allerdings sehr nahe an der Wahrheit. Es könnte so gewesen sein. Auch wenn es natürlich nie so war. Wir wollen nicht verurteilen oder grundsätzliche Kritik üben. Aber ich würde mich schon freuen, wenn wir etwas zur Veränderung der realen Verhältnisse im ZDF beigetragen hätten.

Wir erfahren also wieder einmal nicht, wie es wirklich zugeht im Zentrum der Freude, wie das ZDF auch genannt wird.

HEHN: Leider nein. Ich würde auch nie aus dem Hotel die Shampoos und Seifen mitnehmen, wie das der Sascha Hehn aus „Lerchenberg“ macht. Ich muss Sie enttäuschen – ich bin ganz anders!

LÖBAU: Mach doch mal die Tasche auf, Sascha! Lass mal sehen. Die haben hier im Hotel doch auch ganz schöne Sachen.

Sie scheinen sich ja ganz gut zu verstehen.

LÖBAU: Dass wir uns getroffen haben, das ist Fügung. Alternder Fernsehstar trifft Weltstar des internationalen Studentenfilms, das passt einfach.

HEHN: Ich fand es wunderbar, erstens mit Eva Löbau und zweitens mit einem so jungen, begeisterten Team zusammenarbeiten zu dürfen. Das hat man wirklich selten, gerade wenn man wie ich schon etwas älter ist. Da verzichtet man doch gerne auf die Hälfte seines Honorars.

Gab’s schon Reaktionen von den Einwo Gab’s schon Reaktionen von den Einwohnern des ZDF?hnern des ZDF?

LÖBAU: Bislang nur gute.

HEHN: Uns standen alle Türen offen. Alle waren happy, dass wir „Lerchenberg“ gemacht haben. Wir machen uns ja nicht über das ZDF lustig. Ich sehe die Serie auch als kleine Ehrenerklärung an die 3000 Mitarbeiter, die den täglichen Betrieb garantieren. Natürlich haben die auch mit Schwierigkeiten zu kämpfen, natürlich gefällt denen auch nicht alles, so, wie es ist. Vielleicht sprechen wir auch ein bisschen für diese Menschen. Oder ihnen wenigstens aus dem Herzen.

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