Neuer Intendant benennt Ziele : Deutschlandradio soll "nationale Denkfabrik" werden

Profilierung der Programme, Ausweitung der digitalen Präsenz, offensive Markenführung - so definierte der neue Deutschlandradio-Intendant Stefan Raue einige der Ziele für die nächsten stürmischen Jahre.

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Stefan Raue will das Deutschlandradio für die kommenden stürmischen Jahre zukunftsfest machen.
Stefan Raue will das Deutschlandradio für die kommenden stürmischen Jahre zukunftsfest machen.Foto: Jan Woitas, dpa

Sechs Tage war Stefan Raue, der neue Intendant des Deutschlandradio mit seinen drei Wellen Deutschlandfunk, Deutschlandfunk Kultur und Deutschlandfunk Nova am Donnerstag im Amt, als er am Berliner Sitz im ehemaligen Rias-Gebäude zum ersten Mal an einer Sitzung des Hörfunkrates teilnahm. Er sei zur Zeit in der Phase der Entdeckungsreise im eigenen Haus, und alles, was er entdecke, habe zur Botschaft: „ Dies ist ein sehr gut bestelltes Haus mit vielen motivierten Mitarbeitern und einem tollen Programm“, sagte er. Allerdings, und das steckte trotz der ruhig gesprochenen Worte auch in seinem ersten Bericht als Intendant, muss sich das Deutschlandradio auf stürmische Jahre einrichten. Sein Ziel sei es, das Haus dafür zukunftsfest zu machen.

Gemeint ist damit unter anderem, dass die öffentlich-rechtlichen Sender ARD, ZDF und das Deutschlandradio aufgefordert sind, den für die Medienpolitik zuständigen Bundesländer-Gremien ihre Vorschläge für eine Anpassung der Strukturen zu präsentieren. „Wir tun gut daran, offensiv unsere Vorstellung darzustellen“, hatte Raue in einem Interview gesagt, das der eigene Sender am Montag ausgestrahlt hatte.

„Begreift Veränderung als Chance zur Gestaltung“, diese Maxime stammt von seinem Vorgänger Willi Steul, der am Mittwoch in Berlin feierlich verabschiedet wurde. An diesen Leitspruch wolle er sich ebenfalls halten und diesen Weg weitergehen, versprach der 58-jährige Raue, der vom MDR zum Deutschlandradio kam. Seine Richtung sei die weitere Profilierung der Programme, die Ausweitung der digitalen Präsenz, die offensive Markenführung und die Idee eines Deutschlandradios als Gastgeber einer nationale Denkfabrik. „Dadurch soll die Eigenständigkeit und Einzigartigkeit des Deutschlandradios untermauert werden.“

Um die Hörer werben

Dabei will Raue bei den Hörern offensiv für das Programm von Deutschlandradio werben. Die Beitragszahler müssten überzeugt werden, dass ihr Geld gut angelegt ist und die Hörer dafür gutes Programm bekommen. Es reiche nicht aus, wenn Prominente, Politiker, Wirtschaftsvertreter, Gewerkschafter und Kirchenvertreter hinter dem öffentlich-rechtlichen System stehen. „Wir müssen darum kämpfen, dass jeder, der unser Programm hört, auch seinem Nachbarn, Freund, Kollegen sagt: Ich habe heute Morgen etwas Tolles gehört oder gestern Abend etwas Tolles gesehen“, hatte Raue im Deutschlandfunk gesagt. „Ich glaube, gerade das Deutschlandradio mit seinen drei Programmen hat so viel Grundsympathie bei vielen Hörern und Nutzern des Angebots, da kann man gut drauf aufbauen.“ Kurt Sagatz

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