Offensive der Online-Werber : Adblock-Betreiber muss mit Klagen rechnen

Große Werbevermarkter wie die von RTL und ProSiebenSat1 wollen gegen das Geschäftsmodell von Adblock vorgehen. Unterdessen werden neue Vorwürfe gegen den Werbeblocker laut, der von Google Millionen für das Durchleiten von Werbung erhalten haben soll.

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Noch haben Algorithmen Schwierigkeiten, die Einstellungen und Gefühle, die in menschlichen Meinungsäußerungen stecken, richtig zu deuten. Doch die Wissenschaft verzeichnet erste Erfolge.
Noch haben Algorithmen Schwierigkeiten, die Einstellungen und Gefühle, die in menschlichen Meinungsäußerungen stecken, richtig zu...Foto: p-a

Die deutschen Online-Werber wollen nicht länger tatenlos zusehen: Mehrere große Internet-Werbevermarkter wie Axel Springer Media Impact, SevenOne Media (ProsiebenSat 1) und IP Deutschland (RTL) wollen nach Informationen des „Focus“ juristisch gegen den Werbeblocker Adblock Plus vorgehen und bereiten Klagen gegen den Betreiber des Anzeigenfilters, die Firma Eyeo, vor. Am Wochenende war bekannt geworden, dass der Internetriese Google 25 Millionen Dollar dafür zahlen soll, dass Eyeo deren Werbung nicht ausfiltert. Adblock Plus wird zusätzlich zu den Internetbrowsern installiert und verhindert, dass die Anzeigen auf den Webseiten angezeigt werden.

Es geht um beachtliche Summen: Allein für Google stehen Werbeinnahmen in Höhe von mehreren hundert Millionen Dollar auf dem Spiel, hatte der Blog „Business Insider“ bereits vor einigen Monaten berichtet.

Adblock Plus unterscheidet bei Onlinewerbung: Die Masse der Internetanzeigen wird blockiert, „akzeptable Werbung“ wird jedoch durchgelassen. Akzeptabel ist Werbung in der Definition von Eyeo dann, wenn sie unaufdringlich ist. Dies gilt unter anderem für die Suchmaschinen-Anzeigen von Google. Nach Recherchen des Bloggers Sascha Pallenberg haben neben Google auch Amazon und Yahoo einen Deal mit Eyeo gemacht. Die Zahlungen an sich werden vom Adblock-Betreiber nicht bestritten, bloß zu deren Höhe will die Firma keine Angaben machen. Google verweist darauf, dass Eyeo für das Pflegen der Listen Aufwandsentschädigungen erhält.

Gegen den Filter selbst waren die Onlinewerber bislang machtlos. Dies soll sich durch eine neue Software ändern, die die Internetnutzer dazu bringt, auf die Werbeblocker zu verzichten. Denn sobald die aufgerufene Webseite einen Werbeblocker registriert, wird der Inhalt der Seite nicht übertragen.

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