Pay-TV. Streaming weiter in der Erfolgsspur : Mein Fernsehen darf mehr kosten

Pay-TV-Anbieter in Deutschland haben sieben Millionen Abonnenten, Netlfix weltweit fast 66 Millionen

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Netflix-Hit. Taylor Schilling, 30, spielt Piper Chapman in der Serie „Orange is the New Black“. Foto: Netflix
Netflix-Hit. Taylor Schilling, 30, spielt Piper Chapman in der Serie „Orange is the New Black“.Foto: Netflix

Zuschauer in Deutschland wie in aller Welt sind immer mehr bereit, für ihr TV-Vergnügen tiefer in die Tasche zu greifen. Sowohl die Pay-TV-Sender in Deutschland als auch der international agierende Streaming-Dienst Netflix vermelden wachsende Abonnentenzahlen. 2014 sei die Zahl der Abonnenten von Bezahlfernsehen um knapp zehn Prozent auf sieben Millionen gestiegen, teilte der Verband Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT) mit. „Der Pay-TV-Boom geht weiter“, sagte Frank Giersberg vom VPRT. Nach einem Umsatzwachstum für Bezahlfernsehen und Video-on-Demand um rund acht Prozent auf 2,2 Milliarden Euro erhofft sich die Branche für 2015 ein weiteres Wachstum um sieben Prozent.2013 waren die Erlöse noch um gut elf Prozent gewachsen.

Derzeit sind in Deutschland 90 Pay-TV-Programme abonnierbar, davon die meisten im Genre Unterhaltung, gefolgt von Sport, Dokumentation, Musik und Kinder. Für die kommenden Jahre erwartet der Verband eine anhaltende Dynamik für Bezahlfernseh- und Video-On-Demand-Angebote.„Daneben sehen wir weiteres Wachstum auch im Bereich der TV- und Bewegtbildwerbung, eine Entwicklung, von der Free- und Pay-TV-Anbieter profitieren“, erklärte Giersberg. Auch Elke Walthelm, stellvertretende Programmchefin beim Anbieter Sky Deutschland, sieht das Potenzial „noch lange nicht erschöpft“. Mehr als 60 Millionen Haushalte in Deutschland, Österreich, Italien, Irland und Großbritannien hätten noch kein Pay-TV.

Expansion. Der Streamingdienst Netflix wächst weiter, möchte bald weltweit nutzbar sein. Foto: dpa
Expansion. Der Streamingdienst Netflix wächst weiter, möchte bald weltweit nutzbar sein.Foto: dpa

Netflix gewinnt 3,3 Millionen Abonnenten

Der Online-Videodienst Netflix bleibt dank Serienerfolgen wie „Orange Is the New Black“ oder "House of Cards" in der Erfolgsspur. Im zweiten Quartal verbuchte die Firma mit Sitz im kalifornischen Los Gatos ein deutlich höheres Nutzerwachstum als erwartet, wie der jetzt veröffentlichte Finanzbericht zeigt. Dass steigende Kosten und der starke Dollar am Gewinn zehren, machte Anlegern nichts aus _ die Netflix-Aktie legte an der Börse deutlich zu.

Im zweiten Quartal steigerte das Unternehmen die Abonnentenzahl insgesamt um 3,3 Millionen und legte damit fast doppelt so stark zu wie im entsprechenden Vorjahreszeitraum.
Weltweit hat Netflix jetzt 65,6 Millionen Nutzer. Vor allem international expandiert die Firma, die bis Ende 2016 in 200 Ländern verfügbar sein will, in raschem Tempo. 2,4 Millionen Mitglieder kamen zuletzt im Ausland dazu. Wie viele aus Deutschland, dazu schweigt sich der Streaming-Anbieter aus.

Netflix-Chef Reed Hastings nimmt bereits die nächsten Ziele ins Visier: „Im Herbst werden wir mit dem Start in Japan unseren ersten Streifzug nach Asien machen und die Weichen
stellen, um unseren Service rund um den Globus anzubieten.“ Im Frühjahr hatte das seit September 2014 in Deutschland vertretene Unternehmen Premiere in Neuseeland und Australien
gefeiert. Auch in China sondiert Netflix bereits seine Optionen.

Die Finanzergebnisse sind freilich nicht ganz so beeindruckend wie das starke Nutzerwachstum. Der Umsatz kletterte zwar um 23 Prozent zum Vorjahr auf 1,64 Milliarden Dollar (1,50
Milliarden Euro). Der Gewinn schrumpfte aber um 63 Prozent auf 26 Millionen Dollar zusammen. Der starke Dollar, der die Auslandseinnahmen bei Umrechnung in US-Währung drückt,
belastete die Bilanz. Außerdem schlugen die hohen Expansionskosten negativ zu Buche - und die wachsenden Ausgaben für Eigenproduktion. Netflix ist sehr daran interessiert, seine Bibliothek vor allem mit selbst produzierte Serienware zu füllen. Im Gegensatz müssen hier keine Sendelizenzen erworben werden, zugleich können diese Produktionen rund um den Globus eingesetzt werden, ohne dass teure Rechtefragen berücksichtigt werden müssen.

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