Medien : Piratenpartei: Ärger wegen Live-Stream

Johannes Süßmann

Tausende Internetnutzer versuchten am Mittwoch, die Räumung des besetzten Hauses in der Liebigstraße 14 in Berlin-Friedrichshain per Live-Stream am Bildschirm zu verfolgen. Viele Internetseiten konnten diesem Ansturm nicht standhalten. Auf der Seite der Tageszeitung „taz“ beispielsweise brach gegen Mittag die Live-Übertragung vollständig zusammen, „wegen Überlastung“, wie eine Mitarbeiterin des Blattes sagte.

Auch bei anderen Live-Stream-Anbietern gab es Probleme. Auf der Berliner Internet-Seite der Piratenpartei hatte man sich zum Ziel gesetzt, allen Interessierten die Chance zu geben, sich selbst ein Bild von der Situation in Friedrichshain zu machen. Wer dem angegebenen Link folgte, um sich die Liveübertragung aus der Liebigstraße anzusehen, wurde enttäuscht. Anstelle aktueller Bilder erschien via Bildschirm die Aufforderung, sich einen „Pro Account“ für 9,99 US-Dollar im Monat zuzulegen oder einmalig 1,99 US-Dollar zu bezahlen, um den Dienst einen Tag lang nutzen zu können.

Der Grund: Nicht die Piratenpartei selbst war Anbieter des Live-Streams, sondern der Online-Fernsehkanal justin.tv, dessen Angebote die Berliner Piratenpartei auf ihrer Homepage nutzt. Sobald dort mehr als 1 000 Zuschauer zur gleichen Zeit einen Live-Stream verfolgen wollen, bittet justin.tv zur Kasse.

Das sorgte nicht nur unter den Lesern von tagesspiegel.de, von wo ein Link zur Seite der Piratenpartei geschaltet war, für Empörung. Der politische Sprecher der Piraten auf Bundesebene, Christoph Lauer, fand es „äußerst bedauerlich, dass der angebotene Dienst kostenpflichtig war“. Für den Live-Stream zuständig war der Berliner „Pirat“ Martin Delius. Er sagte, dass man sich „ganz einfach verkalkuliert“ und nicht mit so vielen Besuchern gerechnet habe. Johannes Süßmann

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