"Politik ist keine Unterhaltungssendung" : TV-Duell: Steinbrück lehnt Raab als Moderator ab

14.02.2013 00:00 Uhrvon
Verbindet Politik und Show: Stefan Raab hat auf ProSieben bereits mehrere Politikformate moderiert. Trotzdem lehnt ihn Steinbrück als Fragesteller im Duell ab. Foto: ProSieben Foto: obs
Verbindet Politik und Show: Stefan Raab hat auf ProSieben bereits mehrere Politikformate moderiert. Trotzdem lehnt ihn Steinbrück als Fragesteller im Duell ab. Foto: ProSieben - Foto: obs

Der SPD-Kanzlerkandidat gibt sich wählerisch: Beim TV-Duell mit Kanzlerin Angela Merkel will er sich nicht von ProSieben-Moderator Stefan Raab befragen lassen. Die Sender machen dagegen deutlich: Sie wollen sich von dem Politiker nicht die Moderatoren vorschreiben lassen.

Er hat sie alle gehabt: Franz Müntefering, Guido Westerwelle, Christian Wulff, Karl-Theodor zu Guttenberg, Günther Beckstein, Jürgen Trittin und Gregor Gysi. Alle diese Politiker sind Gäste gewesen in Stefan Raabs „TV Total“-Sondersendungen zu den Bundestagswahlen 2005 und 2009. Nun würde Raab anlässlich der kommenden Bundestagswahl am 22. September gerne Peer Steinbrück befragen, und zwar im Rahmen eines Fernsehduells mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Doch der SPD-Kanzlerkandidat lehnt den ProSieben-Moderator ab. „Politik ist keine Unterhaltungssendung, sondern ein ernstes Geschäft, ohne dass es dabei humorlos zugehen muss“, sagte er der „Passauer Neuen Presse“ und antwortete auf die Frage, ob er mit Raab als Moderator einverstanden wäre: „Nein.

Zwar steht noch gar nicht fest, wann, wo und wie das Fernsehduell stattfinden wird, ob es nur eines gibt, wie es Merkel plant, oder doch zwei, wie es sich Steinbrück wünscht – doch eines macht der SPD-Kandidat vorab deutlich: bestimmte Fragesteller sind ihm nicht genehm. Eine Haltung, mit der er kaum weit kommen dürfte. Denn dass die Kandidaten die Auswahl der Moderatoren bestimmen, hat es bisher noch nie gegeben, versichern ARD, ZDF, RTL und ProSiebenSat1.

Entsprechend deutlich reagiert deshalb auch ProSiebenSat1 auf Steinbrücks Aussage. „Es kann nicht sein, dass einzelne Politiker versuchen, den Sendern die Gesprächspartner vorzuschreiben“, sagte ProSiebenSat1-Sprecher Julian Geist dem Tagesspiegel. „Die Entscheidung, wen wir zum TV-Duell schicken, liegt bei uns. Und wir sind fest entschlossen, Stefan Raab als Moderator zu benennen, er ist ganz klar unser Mann fürs Kanzlerduell.“ Dies sei auch mit Peter Limbourg abgesprochen, der 2002 und 2009 die Duelle moderiert hatte.

Ins Spiel gebracht worden ist Raab als Moderator für das TV-Duell ausgerechnet von einem Politiker, der sich damals vor seinen „TV Total“-Sondersendungen gedrückt hat: von CSU-Politiker Edmund Stoiber, der 2002 als Kanzlerkandidat gegen Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) angetreten ist. Stoiber ist heute Beiratsvorsitzender von ProSiebenSat1 und hatte Raab vorgeschlagen, damit sich auch mehr jüngere Fernsehzuschauer für Politik interessieren. Es sei fatal, dass Jüngere sich zunehmend aus der politischen Debatte verabschiedeten, hatte Stoiber im „Spiegel“ seinen Vorschlag begründet.

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